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Kanzleiwebsite Agentur beauftragen: Worauf Rechtsanwälte wirklich achten müssen

Steven Weißheimer2. Juni 202610 Min. Lesezeit
Kanzleiwebsite Agentur beauftragen: Worauf Rechtsanwälte wirklich achten müssen

Kanzleiwebsite Agentur beauftragen: Worauf Rechtsanwälte achten müssen, welche Fehler teuer werden und wie Sie die richtige Webagentur finden.

Kanzleiwebsite Agentur beauftragen: Worauf Rechtsanwälte wirklich achten müssen

Viele Rechtsanwaltskanzleien beauftragen eine Webagentur – und bereuen es hinterher. Nicht weil eine Agentur grundsätzlich die falsche Wahl wäre, sondern weil der Auswahlprozess oft zu wenig strukturiert verläuft. Eine Anwaltswebsite ist kein gewöhnliches Marketingprojekt: Sie unterliegt berufsrechtlichen Pflichten, muss Mandantenvertrauen aufbauen, DSGVO-konform sein und gleichzeitig bei Google gefunden werden.

Dieser Artikel erklärt, was es bedeutet, eine Kanzleiwebsite Agentur zu beauftragen, welche Anforderungen wirklich zählen, wie Sie Angebote realistisch vergleichen und welche Fragen Sie einer Webagentur für Rechtsanwälte stellen sollten – bevor Sie unterschreiben.

Hinweis: Dieser Artikel ist Teil unserer Serie rund um das Thema Kanzleiwebsite erstellen lassen. Dort finden Sie den vollständigen Leitfaden mit allen Phasen von der Planung bis zum Launch.


Was eine Kanzleiwebsite von anderen Business-Websites unterscheidet

Bevor Sie eine Agentur beauftragen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die besonderen Rahmenbedingungen. Anwältinnen und Anwälte sind keine gewöhnlichen Dienstleister – und ihre Website ist es auch nicht.

Berufsrechtliche Pflichtangaben

Das Impressum einer Kanzlei muss nach § 5 TMG und den Vorgaben der BRAO bestimmte Pflichtangaben enthalten: Zulassungsbehörde (Rechtsanwaltskammer), berufsrechtliche Regelungen (BRAO, BORA, RVG) und – falls vorhanden – Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung. Eine Agentur, die das nicht kennt, kann teure Abmahnrisiken auslösen.

Mandantenvertrauen als zentrales Ziel

Im Unterschied zu einem Online-Shop oder einem Handwerksbetrieb verkauft eine Kanzlei keinen greifbaren Gegenstand – sondern Kompetenz, Verlässlichkeit und Diskretion. Die Website muss dieses Vertrauen schon im ersten Eindruck ausstrahlen. Bilder, Texte, Struktur und Ladezeit spielen dabei zusammen.

DSGVO und anwaltliche Schweigepflicht

Kontaktformulare auf Kanzleiwebsites sind sensibel: Potenzielle Mandanten schildern dort häufig vertrauliche Sachverhalte. Die Daten dürfen nur verschlüsselt übertragen werden, Datenschutzerklärung und Consent-Management müssen rechtssicher eingebaut sein. Eine Agentur ohne DSGVO-Erfahrung ist hier ein Risikofaktor.

Lokale Sichtbarkeit bei Google

Die meisten Kanzleien – außer überregionalen Spezialisten – sind lokale Anbieter. Ohne durchdachte lokale SEO (Google Business Profile, strukturierte Daten, ortsbezogene Landingpages) findet ein potenzieller Mandant in der Nachbarschaft die Kanzlei nicht.


Die richtige Webagentur für Rechtsanwälte finden: 7 Auswahlkriterien

Nicht jede Webagentur ist für die Erstellung einer Anwaltswebsite geeignet. Hier sind die sieben Kriterien, die wirklich zählen – in der Reihenfolge ihrer Bedeutung.

1. Branchenerfahrung und Referenzen

Fragen Sie konkret: Hat die Agentur bereits Kanzleiwebsites umgesetzt? Kann sie Referenzen zeigen, die online abrufbar sind? Branchenerfahrung bedeutet nicht nur gestalterisches Know-how, sondern auch, dass die Agentur die berufsrechtlichen Besonderheiten kennt und nicht bei null anfangen muss.

2. Technische Kompetenz (kein Page Builder)

Viele Agenturen bauen Websites mit einfachen WordPress-Page-Buildern wie Elementor oder Divi. Das ist schnell – aber oft langsam, schlecht wartbar und anfällig für Sicherheitslücken. Für eine professionelle Kanzleiwebsite sollten Sie auf eine Agentur setzen, die entweder ein sauber konfiguriertes CMS nutzt oder – für anspruchsvollere Anforderungen – moderne Frameworks wie Next.js einsetzt. Der direkte Vergleich zwischen Next.js und WordPress ist für diese Entscheidung sehr aufschlussreich.

3. SEO von Anfang an

Eine schöne Website, die niemand findet, nützt nichts. Achten Sie darauf, dass SEO kein nachträglicher Add-on ist, sondern von der technischen Struktur bis zu den Texten mitgedacht wird. Relevant sind: sauberes semantisches HTML, korrekte Heading-Hierarchie, Core Web Vitals, strukturierte Daten (Schema.org) und lokale SEO.

4. DSGVO-Kompetenz

Die Agentur sollte nachweislich wissen, wie DSGVO-konforme Kontaktformulare, Cookie-Consent und Datenschutzerklärungen umgesetzt werden. Ideal ist eine Agentur, die eng mit einem Datenschutzberater zusammenarbeitet oder eigene DSGVO-Expertise im Team hat.

5. Barrierefreiheit (BFSG)

Ab 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) auch für viele private Anbieter. Kanzleien sollten frühzeitig handeln – nicht nur aus rechtlichen Gründen, sondern auch weil barrierefreie Websites besser für alle Nutzerinnen und Nutzer funktionieren. Fragen Sie, ob die Agentur WCAG-Konformität sicherstellt.

6. Transparente Kosten und Leistungsumfang

Seriöse Agenturen geben einen klar strukturierten Kostenrahmen. Versteckte Posten für Hosting, Updates, Texterstellung oder Bildersuche sind ein Warnsignal. Mehr dazu, was eine professionelle Website wirklich kostet, erfahren Sie in unserem Artikel zu den Webentwicklung Kosten.

7. Langfristiger Support und Wartung

Eine Website ist kein Einmalprojekt. Plugins veralten, Sicherheitslücken entstehen, Inhalte müssen aktualisiert werden. Klären Sie vorab: Wer ist nach dem Launch verantwortlich? Gibt es einen Wartungsvertrag? Was kostet ein Update? Lesen Sie dazu auch unseren Artikel: Was passiert nach dem Website-Launch?


Agenturvergleich: Worauf Sie beim Angebot achten

Wenn Sie drei Angebote von verschiedenen Agenturen auf dem Tisch haben, fällt der Vergleich oft schwer – weil die Leistungsbeschreibungen unterschiedlich detailliert sind. Diese Tabelle zeigt, welche Posten jedes Angebot enthalten sollte:

LeistungspostenPflichtHäufig vergessen
Konzeption & Strukturplanung
UI/UX-Design (individuell)
Technische Umsetzung (CMS/Framework)
Texterstellung / Texter-Briefing✅ oft Extraleistung
Bildrecherche / Fotoshooting✅ oft nicht inklusive
DSGVO-Einbindung (Consent, DSE)
Impressum (berufsrechtlich korrekt)✅ oft Standardformular
SEO-Grundkonfiguration✅ oft fehlt
Google Search Console Einrichtung✅ oft fehlt
Barrierefreiheits-Check (WCAG)✅ fast immer vergessen
Schulung / CMS-Einweisung✅ oft kostenpflichtig extra
Hosting & Domain-Setup✅ oft unklar kalkuliert
Wartungsvertrag (monatlich)✅ oft kein Angebot

Praxis-Tipp: Bitten Sie jede Agentur, ein tabellarisches Leistungsverzeichnis zu liefern. Nur so können Sie Angebote wirklich vergleichen.


Praxisbeispiel: Kanzleiwebsite-Projekt mit klarer Anforderungsliste

Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin wollte seine veraltete Website durch einen professionellen Auftritt ersetzen. Die bisherige Seite war auf einem günstigen Baukastensystem erstellt, lud langsam, war nicht mobiloptimiert und hatte kein SSL-Zertifikat. Google hat sie entsprechend schlecht bewertet.

Anforderungen des Mandanten:

  • Klare Darstellung der Tätigkeitsschwerpunkte (Arbeitsrecht, Kündigungsschutz, Abfindung)
  • Online-Kontaktformular mit DSGVO-konformer Datenverarbeitung
  • Kalender-Widget für erste Beratungsgespräche
  • Ladezeitenoptimierung (Core Web Vitals „Grün")
  • Lokale SEO für Berlin und Umgebung
  • Barrierefreiheit nach WCAG 2.1 Level AA

Vorgehen:

Nach einem strukturierten Auswahlprozess mit drei Angeboten entschied sich der Anwalt für eine spezialisierte Webagentur, die bereits zwei weitere Kanzleiwebsites umgesetzt hatte. Das Projekt dauerte acht Wochen von der Konzeption bis zum Launch. Kosten: ca. 6.500 € netto (einmalig) zzgl. monatlichem Wartungspaket.

Ergebnis nach drei Monaten:

Die neue Website erreicht bei Google für lokale Suchanfragen wie „Anwalt Kündigungsschutz Berlin" die erste Seite. Die Absprungrate sank deutlich, und die Zahl der Kontaktanfragen über das Formular stieg spürbar an. Der Anwalt berichtet, dass Interessenten die Website als „sehr seriös" wahrnehmen.


Häufige Fehler beim Beauftragen einer Webagentur für die Kanzlei

❌ Den günstigsten Anbieter wählen

Kanzleiwebsites unter 2.000 € sind fast immer Baukastenlösungen mit Standard-Templates. Sie wirken generisch, ranken schlecht und lassen sich kaum individuell anpassen.

❌ Kein schriftliches Lastenheft

Ohne schriftlich festgehaltene Anforderungen gibt es nach dem Projekt keinen Maßstab, ob die Leistung erbracht wurde. Halten Sie Ziele, Funktionen, Texte, Bilder und technische Anforderungen vorab schriftlich fest.

❌ SEO vergessen

Viele Agenturen liefern eine „fertige Website" – ohne SEO-Grundkonfiguration. Ohne technisches SEO (Metatags, strukturierte Daten, Sitemap, robots.txt) und ohne zielgruppenorientierte Texte wird die Website nicht gefunden.

❌ Kein Übergabe-Protokoll

Stellen Sie sicher, dass Sie nach dem Projektabschluss alle Zugangsdaten erhalten: Hosting, CMS, Domain, Google Analytics, Search Console. Manche Agenturen behalten Zugänge bewusst – um Abhängigkeit zu erzeugen.

❌ Hosting und Domain bei der Agentur lassen

Die Domain gehört Ihnen – nicht der Agentur. Registrieren Sie Domain und Hosting eigenständig oder bestehen Sie auf die schriftliche Übertragung aller Zugänge.


Checkliste: So bereiten Sie sich auf das Agentur-Briefing vor

Bevor Sie das erste Gespräch mit einer potenziellen Webagentur führen, sollten Sie folgende Punkte klären:

  • Welche Tätigkeitsschwerpunkte soll die Website kommunizieren?
  • Wie viele Anwältinnen/Anwälte sind auf der Website abzubilden?
  • Gibt es bereits Texte, Fotos und ein Logo?
  • Welche Seiten soll die Website mindestens enthalten? (z. B. Startseite, Leistungen, Team, Kontakt, Impressum, Datenschutz)
  • Brauchen Sie ein Online-Terminbuchungs-Widget?
  • Wie soll die Website technisch betrieben werden? (CMS, Framework)
  • Wer pflegt die Website nach dem Launch?
  • Welches Budget steht zur Verfügung?
  • Bis wann soll die Website live gehen?
  • Gibt es Vorbilder (Konkurrenz-Websites, die Ihnen gefallen)?
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Wann ist eine spezialisierte Webagentur die richtige Wahl?

Eine spezialisierte Webagentur für Kanzleien ist sinnvoll, wenn:

  • Sie eine repräsentative, individuelle Website benötigen
  • Ihre Kanzlei mehr als drei Anwälte beschäftigt oder mehrere Standorte hat
  • Sie umfangreiche SEO-Anforderungen haben (überregionale Sichtbarkeit, mehrere Rechtsgebiete)
  • Sie digitale Mandantenkommunikation integrieren möchten (Kontaktformular, Kalender, Dokumentenupload)
  • Sie berufsrechtliche Besonderheiten professionell umgesetzt sehen wollen

Eine spezialisierte Agentur ist nicht zwingend nötig, wenn:

  • Sie eine kleine Einzelkanzlei mit klar lokalem Einzugsgebiet betreiben
  • Ihre Anforderungen sehr überschaubar sind (3–5 Seiten, kein Buchungssystem, keine komplexe SEO)
  • Sie mit einem soliden CMS selbst pflegen können und nur Unterstützung beim Launch brauchen

In diesem Fall kann ein Website-Relaunch auf Basis eines bewährten CMS mit einem kompetenten Entwickler ausreichend sein – mehr dazu in unserer Website Relaunch Anleitung für KMU.


Was kostet es, eine Kanzleiwebsite von einer Agentur erstellen zu lassen?

Die Kosten variieren je nach Umfang, Agentur und Technologie erheblich. Hier eine realistische Einordnung:

LeistungsumfangTypischer Kostenrahmen (netto)
Einfache 5-Seiter (Template, WordPress)1.500 – 3.000 €
Professionelle Kanzleiwebsite (individuell)3.500 – 8.000 €
Umfangreiche Kanzleiwebsite (viele Rechtsgebiete, SEO, mehrsprachig)8.000 – 20.000 € +
Monatliche Wartung & Updates80 – 300 € / Monat
SEO-Betreuung (laufend)400 – 1.500 € / Monat

Mehr Details zu Kostenstrukturen und was hinter den Preisunterschieden steckt, finden Sie in unserem Überblick: Website erstellen lassen – Was kostet das wirklich?


Webagentur vs. Freelancer vs. Baukastensystem: Was passt für Ihre Kanzlei?

KriteriumWebagenturFreelancerBaukastensystem
Individuelle Gestaltung✅ Hoch✅ Mittel-Hoch❌ Niedrig
Branchenerfahrung✅ MöglichVariiert❌ Keine
SEO✅ ProfessionellVariiert❌ Eingeschränkt
DSGVO-Sicherheit✅ ProfessionellVariiert⚠️ Eigenverantwortung
Wartung & Support✅ Vertraglich geregelt⚠️ Verfügbarkeit unsicher❌ Selbst
Kosten (einmalig)💰💰💰 Höher💰💰 Mittel💰 Gering
Kosten (laufend)💰 Wartungspaket💰 Je nach Vertrag💰💰 Abo-Modell
Empfehlung fürMittelgroße KanzleienKleine Kanzleien, klares BudgetKanzleien ohne Digitalstrategie

So arbeiten wir bei SW Business Solutions mit Kanzleien zusammen

Als IT-Dienstleister und Webentwicklungspartner für den Mittelstand begleiten wir Kanzleien und rechtsnahe Unternehmen von der Konzeption bis zum Go-live – und darüber hinaus. Unser Ansatz unterscheidet sich von klassischen Designagenturen: Wir denken technisch zuerst, ohne dabei das Erscheinungsbild zu vernachlässigen.

Was das konkret bedeutet:

  • Klare Anforderungsanalyse vor dem ersten Designentwurf – wir arbeiten mit Ihnen ein schriftliches Konzept aus
  • Technisch saubere Umsetzung – kein Wildwuchs durch Page Builder, stattdessen wartbare Codestrukturen
  • SEO und Performance von Tag 1 – Core Web Vitals, strukturierte Daten, lokales SEO
  • DSGVO-Konformität – Kontaktformulare, Consent-Management und Datenschutzerklärung rechtssicher eingebaut
  • Barrierefreiheit – wir prüfen nach WCAG-Standard und dokumentieren das Ergebnis
  • Transparente Projektführung – keine versteckten Kosten, kein Lock-in

Für Kanzleien, die einen zuverlässigen Partner für ihre digitale Präsenz suchen, bieten wir ein kostenloses Erstgespräch an – ohne Verkaufsdruck, mit ehrlicher Einschätzung.


Fazit: Wer eine Kanzleiwebsite Agentur beauftragen will, braucht Vorbereitung

Eine professionelle Webagentur für die Kanzleiwebsite zu beauftragen, ist eine sinnvolle Investition – wenn Sie die Wahl strukturiert angehen. Die entscheidenden Schritte sind:

  1. Anforderungen klar definieren – bevor Sie das erste Angebot einholen
  2. Mindestens drei Angebote vergleichen – auf Basis identischer Leistungsverzeichnisse
  3. Referenzen prüfen – echte, live abrufbare Projekte aus dem Kanzleiumfeld
  4. Berufsrechtliche und datenschutzrechtliche Anforderungen ansprechen – schon beim Briefing-Gespräch
  5. Zugangsdaten sichern – Domain, Hosting und CMS gehören in Ihre Hände

Wer diese Punkte beachtet, vermeidet die häufigsten Fehler – und bekommt eine Kanzleiwebsite, die nicht nur schön aussieht, sondern auch neue Mandanten gewinnt.

Weiterführend empfehlen wir unsere vollständige Übersicht: Kanzleiwebsite erstellen lassen – Der vollständige Leitfaden für Rechtsanwälte.


Autor: Steven Weißheimer, SW Business Solutions – IT-Dienstleistungen & Digitalisierung für den Mittelstand.

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