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Digitalisierung

Online-Gutscheine verkaufen für Freizeitanlagen: Der praxisnahe Leitfaden für KMU

Steven Weißheimer17. Juli 202610 Min. Lesezeit

Online-Gutscheine verkaufen als Freizeitanlage: Technik, Rechtliches, Umsatzpotenzial & Praxisbeispiele. Jetzt Schritt für Schritt starten.

Online-Gutscheine verkaufen als Freizeitanlage: Der praxisnahe Leitfaden für KMU

Wer eine Kartbahn, einen Indoorspielplatz, einen Kletterpark oder eine ähnliche Freizeitanlage betreibt, kennt das Dilemma: Geburtstage, Firmenfeiern und Weihnachtsgeschenke bringen Umsatz — aber nur, wenn Kunden rechtzeitig von der Möglichkeit erfahren und den Kauf unkompliziert abschließen können. Online-Gutscheine verkaufen ist für Freizeitanlagen daher keine nette Ergänzung mehr, sondern ein echter Umsatzhebel, der rund um die Uhr arbeitet — auch wenn die Anlage geschlossen ist.

Dieser Artikel erklärt, wie Freizeitanlagen einen funktionierenden Gutscheinshop aufbauen, worauf es technisch und rechtlich ankommt und welche Fehler dabei häufig passieren. Er richtet sich an Betreiber und Geschäftsführer von Freizeitbetrieben im deutschsprachigen Raum, die ihren digitalen Gutscheinvertrieb professionell aufstellen möchten.


Warum Online-Gutscheine für Freizeitanlagen so lukrativ sind

Gutscheine sind für Freizeitanlagen aus einem einfachen Grund attraktiv: Sie generieren Einnahmen, bevor ein einziger Gast die Anlage betritt. Dieses sogenannte „Pre-Revenue" verbessert die Liquidität, puffert saisonale Schwankungen ab und erhöht die Sichtbarkeit, da Gutscheinkäufer automatisch zu Markenbotschaftern werden.

Hinzu kommt eine Besonderheit, die Freizeitanlagen von anderen Branchen abhebt: Ein signifikanter Anteil verkaufter Gutscheine wird nie eingelöst — Branchenkenner sprechen je nach Betriebstyp von 10–25 %. Das ist buchhalterisch zu berücksichtigen (Stichwort: Erlösrealisierung nach HGB), bedeutet aber, dass der realisierte Umsatz tendenziell höher ausfällt als der eingelöste Wert.

Typische Kaufanlässe für Freizeitgutscheine

  • Geburtstage & Jubiläen: Der mit Abstand häufigste Kaufanlass — spontan, emotional, zeitkritisch.
  • Weihnachten & Ostern: Saisonale Spitzen mit hohem Volumen in kurzer Zeit.
  • Firmengeschenke & Teambuilding: B2B-Käufer bestellen oft größere Mengen, bevorzugen aber einfache digitale Abwicklung.
  • Last-Minute-Beschaffung: Online-Gutscheine können in Minuten gekauft und sofort per E-Mail versendet werden — ein klarer Vorteil gegenüber physischen Produkten.

Was einen professionellen Gutscheinshop ausmacht

Bevor wir auf Technik und Anbieter eingehen, lohnt ein Blick auf die funktionalen Mindestanforderungen. Ein Gutscheinshop, der tatsächlich konvertiert, braucht mehr als ein einfaches Formular.

Checkliste: Mindestanforderungen an einen Gutscheinshop für Freizeitanlagen

  • Wertgutscheine UND Leistungsgutscheine: Kunden wollen entweder einen festen Betrag (z. B. 50 €) oder eine konkrete Leistung (z. B. „2 Stunden Kartfahren für 2 Personen") verschenken.
  • Individuelle Personalisierung: Empfängername, persönliche Nachricht, Wunschdesign — steigert die wahrgenommene Wertigkeit erheblich.
  • Sofortversand per E-Mail (PDF): Der Gutschein muss unmittelbar nach Zahlung zugestellt werden.
  • Physischer Versand optional: Hochwertige Gutscheinkarten per Post für Kunden, die etwas „in die Hand" geben möchten.
  • Sichere, DSGVO-konforme Zahlungsabwicklung: Kreditkarte, PayPal, SEPA — mindestens zwei Optionen.
  • Eindeutige Gutscheincodes: Fälschungssicher, datenbankgestützt.
  • Einlösung an der Kasse oder online: Nahtlose Integration ins Buchungs- oder Kassensystem.
  • Verwaltungsoberfläche für Betreiber: Übersicht verkaufter, eingelöster und abgelaufener Gutscheine.
  • Automatische Bestätigungs-E-Mails: Für Käufer und optional für Beschenkten.
  • Steuerlich korrekte Belegausstellung: Gutschein-Transaktion und Einlösebuchung getrennt abgebildet.

Technische Umsetzungswege im Vergleich

Es gibt grundsätzlich drei Wege, einen Gutscheinshop für eine Freizeitanlage umzusetzen. Jeder hat seine Berechtigung — je nach Größe, Budget und bestehender IT-Infrastruktur.

AnsatzTypischer AufwandIntegrationstiefeFlexibilitätGeeignet für
SaaS-Gutscheinlösung (z. B. Giftup, Giftcard)Gering (Tage)Mittel (Widget/API)BegrenztKleine Betriebe, schneller Start
Buchungssystem mit Gutschein-ModulMittel (Wochen)HochMittel–hochBetriebe mit aktivem Buchungsbetrieb
Individuelle Entwicklung / MaßlösungHoch (Monate)Sehr hochMaximalWachsende Betriebe, Mehrstandort-Anlagen

Wann welcher Ansatz sinnvoll ist

SaaS-Lösungen eignen sich, wenn es schnell gehen soll und die Anforderungen überschaubar sind. Der Nachteil: Customizing-Möglichkeiten sind begrenzt, laufende Gebühren entstehen, und die Integration in ein bestehendes Kassensystem erfordert oft Kompromisse.

Buchungssysteme mit integriertem Gutschein-Modul sind der Standardweg für aktiv buchende Freizeitanlagen. Viele Systeme auf dem Markt bieten Gutscheinfunktionen als Add-on. Das Thema Buchungssystemauswahl haben wir im Buchungssystem-Leitfaden für Freizeitanbieter ausführlich behandelt — inklusive Checklisten und Anbietervergleich.

Individuelle Entwicklungen lohnen sich ab einer bestimmten Komplexität oder wenn das Unternehmen ein eigenes Ökosystem aufbaut. Für Mehrstandort-Betreiber oder Anlagen mit angebundener Gastronomie ist eine maßgeschneiderte Lösung häufig die wirtschaftlichste Entscheidung auf lange Sicht.


VenuePilot: Gutscheine als Teil eines durchgängigen Systems

Wenn Ihre Freizeitanlage nicht nur Gutscheine verkauft, sondern auch eine Gastronomie, ein POS-System und ein Kassensystem betreibt, lohnt sich ein Blick auf VenuePilot — das cloudbasierte Gastronomie- und Venue-Management-System von SW Business Solutions.

VenuePilot ist kein reines Gutschein-Tool, sondern ein durchgängiges System für Freizeitbetriebe mit mehreren Einnahme-Streams. Das bedeutet konkret:

  • Web POS (Browser-Kasse): Gutscheine werden direkt an der Kasse eingelöst — kein manuelles Nachschlagen, kein Fehler.
  • Customer Admin (Tenant-Portal): Betreiber verwalten verkaufte und eingelöste Gutscheine zentral, sehen den Restwert und steuern Aktionsgutscheine.
  • Fiskalkonformität: TSE-Anbindung, DATEV-Export und Z-Berichte sind integriert — Gutscheineinlösungen werden korrekt gebucht.
  • Multi-Tenant-Fähigkeit: Ideal für Betreiber mehrerer Standorte oder Marken, die Gutscheine standortübergreifend ausgeben und einlösen wollen.
  • Modulare Erweiterbarkeit: Kartbahn-Slot-Buchung, Indoorspielplatz-Ticketing oder JumpPark-Management lassen sich ergänzen.

Das Ergebnis: Statt einer SaaS-Gutscheinlösung, die isoliert neben Ihrer Kasse läuft, entsteht ein System, das von der Buchung über den Gutscheinverkauf bis zur Buchhaltung durchgängig arbeitet. Für wachsende Freizeitbetriebe ist das kein Luxus, sondern Effizienz.

Praxisbeispiel MobiKart: SW Business Solutions hat für MobiKart Funracing — eine professionelle Kartbahn — ein vollständiges digitales Ökosystem entwickelt, das Buchungen, Kasse und Kundenverwaltung integriert. Das Ergebnis: weniger Medienbrüche, schnellere Abwicklung an der Kasse und eine deutlich bessere Datenbasis für Auslastungsanalysen. Mehr dazu in der Fallstudie MobiKart.


Zahlungsabwicklung: Worauf Freizeitanlagen achten müssen

Die Zahlungsabwicklung ist ein neuralgischer Punkt beim Online-Gutscheinvertrieb. Zu den wichtigsten Anforderungen gehören:

Akzeptierte Zahlungsmethoden

Für den deutschen Markt empfehlen sich mindestens:

  • Kreditkarte (Visa/Mastercard): Standard, hohe Konversionsrate
  • PayPal: Besonders bei älteren Zielgruppen verbreitet, senkt Kaufabbrüche
  • SEPA-Lastschrift: Für B2B-Käufer und Stammkunden

Lösungen wie SumUp können zudem die Brücke zwischen Online-Zahlung und stationärer Kasse schlagen — relevant, wenn Gutscheine auch physisch verkauft werden.

Sicherheit und Betrugsprävention

Digitale Gutscheine sind ein beliebtes Ziel für Betrug — insbesondere bei Rückbuchungen (Chargebacks) nach Einlösung. Empfehlenswerte Maßnahmen:

  • 3D Secure (Starke Kundenauthentifizierung nach PSD2) aktivieren
  • Einmal-Codes mit Datenbank-Abgleich bei Einlösung
  • Maximalen Gutscheinwert je Transaktion begrenzen
  • Einlösungen protokollieren (Datum, Kasse, Mitarbeiter)

Mehr zur sicheren Online-Zahlungsabwicklung im Buchungskontext haben wir im Artikel Zahlungsabwicklung im Buchungssystem zusammengefasst.


DSGVO und rechtliche Anforderungen im Überblick

Online-Gutscheinverkauf ist E-Commerce — und unterliegt damit denselben rechtlichen Anforderungen wie jeder Online-Shop. Die wichtigsten Punkte:

Pflichtangaben und rechtliche Hinweise

  • Widerrufsrecht: Bei digitalen Gütern (sofortigem PDF-Versand) gilt das Widerrufsrecht nur, wenn der Käufer ausdrücklich auf die sofortige Bereitstellung hingewiesen wurde und eingewilligt hat. Prüfen Sie dies mit einem Rechtsanwalt oder entsprechendem Plugin.
  • Gültigkeitsdauer: Gutscheine dürfen in Deutschland grundsätzlich nicht kürzer als 3 Jahre gültig sein (§ 195 BGB, Regelverjährung). Kürzere Fristen sind nur in Ausnahmefällen wirksam.
  • Impressum, AGB, Datenschutzerklärung: Pflicht für jeden Online-Shop.
  • Umsatzsteuer: Der Gutschein selbst ist umsatzsteuerlich neutral (Einzweck- vs. Mehrzweckgutschein nach § 3 Abs. 13–15 UStG) — die Abgrenzung ist komplex und sollte mit dem Steuerberater geklärt werden.

Einen vertieften Blick auf DSGVO-konforme Systeme bietet unser Artikel zu DSGVO-konformen Buchungssystemen für Freizeitanbieter.


Der Gutscheinshop als Teil Ihrer digitalen Gesamtstrategie

Ein Gutscheinshop funktioniert nicht im Vakuum. Er ist ein Conversion-Touchpoint innerhalb Ihrer digitalen Präsenz. Damit er sein Potenzial entfaltet, braucht er:

Traffic-Quellen für Ihren Gutscheinshop

  1. Organische Suche (SEO): Landingpages wie „Kartbahn Gutschein Berlin kaufen" ranken lokal sehr gut, wenn sie technisch sauber sind und relevante Inhalte bieten. Grundlegendes zu SEO für regionale Betriebe im Artikel SEO-Grundprinzipien für KMU.
  2. Google Shopping / Performance Max: Gutscheine als Produkt in Google Merchant Center eintragen.
  3. E-Mail-Marketing: Bestehende Kundenliste zu Feiertagen und saisonalen Anlässen aktivieren.
  4. Social Media: Gezielte Kampagnen rund um Weihnachten, Valentinstag oder Vatertag mit direktem Link zur Gutscheinseite.
  5. Direkte Verlinkung auf der Website: Prominenter CTA im Header, auf der Homepage und auf Leistungsseiten.

Integration in Buchungs- und Kassensystem

Der Gutscheinshop muss mit dem restlichen System sprechen. Wenn ein Gutschein online gekauft, aber an der Kasse nicht direkt einlesbar ist, entstehen Reibung, Fehler und Unzufriedenheit. Die digitale Gutscheinsysteme für Freizeitanlagen im Überblick enthält eine ausführliche Marktübersicht integrierter Lösungen.

Wer sein Buchungssystem grundlegend optimieren oder neu aufstellen möchte, findet in der Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Buchungssystem-Einführung einen strukturierten Einstieg.


Häufige Fehler beim Gutscheinvertrieb — und wie Sie sie vermeiden

In der Praxis scheitern viele Gutscheinshops nicht an der Technik, sondern an vermeidbaren Umsetzungsfehlern:

Die 7 häufigsten Fehler

  1. Kein mobiles Design: Über 60 % der Gutscheinkäufe erfolgen auf dem Smartphone. Ein nicht mobiloptimierter Shop verliert diese Käufer.
  2. Zu viele Pflichtfelder: Jedes zusätzliche Pflichtfeld erhöht die Abbruchrate. Name des Beschenkten reicht — E-Mail-Adresse des Käufers ist Pflicht, alles andere optional.
  3. Keine sofortige Zustellung: Käufer erwarten den Gutschein innerhalb von Sekunden. Verzögerungen führen zu Supportanfragen und schlechten Bewertungen.
  4. Isoliertes System ohne Kassenintegration: Gutscheine, die manuell nachgeschlagen werden müssen, erzeugen Warteschlangen und Fehler.
  5. Fehlende Gültigkeitskommunikation: Wenn die Gültigkeit nicht klar kommuniziert wird, entstehen Konflikte bei der Einlösung.
  6. Kein Tracking: Wer nicht weiß, wie viele Gutscheine über welchen Kanal verkauft werden, kann nicht optimieren. Basis-Analytics sind Pflicht.
  7. Veraltetes Design: Ein Gutschein-PDF in Comic Sans schadet der Markenwahrnehmung. Professionelles Design zahlt auf die Kaufentscheidung ein.

Förderung: Kann ich den Gutscheinshop bezuschussen lassen?

Für Freizeitanlagen in Brandenburg gibt es mit dem BIG-Digital-Förderprogramm eine konkrete Möglichkeit, digitale Projekte mit bis zu 50 % zu bezuschussen. Ein Gutscheinshop als Teil einer umfassenderen Digitalisierungsmaßnahme kann förderfähig sein — insbesondere wenn er in ein Buchungs- oder Kassensystem integriert wird.


Schritt-für-Schritt: Gutscheinshop für Ihre Freizeitanlage aufbauen

Hier eine pragmatische Roadmap für den Einstieg:

Phase 1 – Anforderungen definieren (1–2 Wochen)

  • Welche Gutscheinarten? (Wert, Leistung, Kombinationen)
  • Welche Zahlungsmethoden?
  • Integration ins bestehende Kassensystem notwendig?
  • Wer verwaltet den Shop operativ?

Phase 2 – Lösung auswählen (1–2 Wochen)

  • SaaS-Lösung vs. integriertes System vs. Individuallösung
  • Angebote einholen, Demo-Zugänge testen
  • DSGVO- und steuerliche Anforderungen klären

Phase 3 – Umsetzung (2–8 Wochen je nach Ansatz)

  • Shop einrichten, Design anpassen
  • Zahlungsabwicklung einbinden und testen
  • Kassenintegration (Code-Einlösung an der Kasse)
  • Rechtliche Texte (AGB, Datenschutz, Widerrufsbelehrung) einfügen

Phase 4 – Launch und Promotion (laufend)

  • SEO-optimierte Gutschein-Landingpage erstellen
  • E-Mail-Marketing-Kampagne planen
  • Google Shopping einrichten
  • Ergebnisse tracken und optimieren

Praxisbeispiel: Kartbahn digitalisiert Gutscheinvertrieb vollständig

Ein anschauliches Beispiel liefert das Projekt MobiKart — eine professionelle Indoor-Kartbahn, für die SW Business Solutions eine vollständige digitale Plattform entwickelt hat. Vor der Digitalisierung wurden Gutscheine ausschließlich vor Ort verkauft — verbunden mit manuellem Aufwand, Fehlerquellen bei der Einlösung und fehlender Datenbasis.

Nach der Umsetzung:

  • Gutscheinverkauf 24/7 über die Website, optimiert für Mobile
  • Automatischer PDF-Versand direkt nach Zahlungseingang
  • Code-Einlösung direkt in der Kasse — kein Nachschlagen, kein Papier
  • Verwaltungsoberfläche für den Betreiber mit Echtzeit-Übersicht

Das Ergebnis: Der Gutscheinvertrieb läuft weitgehend automatisch, der operative Aufwand ist minimal, und der Anteil von Gutschein-Käufern, die als neue Stammkunden zurückkehren, ist messbar gestiegen.

Wer sich für das Gesamtsystem interessiert, findet mehr zur integrierten Lösung in der Fallstudie HPS Pitbike — einem ähnlich strukturierten Freizeitprojekt.


Weiterführende Artikel dieser Serie

Fazit: Online-Gutscheine sind kein Trend, sondern Infrastruktur

Für Freizeitanlagen, die ihren Umsatz verstetigen, neue Zielgruppen erschließen und operativen Aufwand reduzieren wollen, ist ein professioneller Gutscheinshop heute keine optionale Ergänzung mehr — er ist digitale Grundinfrastruktur.

Der Schlüssel liegt in der Integration: Ein Gutscheinshop, der isoliert neben Kasse und Buchungssystem betrieben wird, schafft mehr Probleme als er löst. Wer von Anfang an auf ein durchgängiges System setzt — idealerweise mit einer Lösung wie VenuePilot oder einer individuell entwickelten Plattform —, profitiert von echten Effizienzgewinnen.

SW Business Solutions unterstützt Freizeitanlagen bei der Konzeption, Entwicklung und Integration digitaler Gutscheinsysteme — von der ersten Anforderungsanalyse bis zum laufenden Betrieb.

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Häufige Fragen

Darf ich als Freizeitanlage Gutscheine mit einer Gültigkeitsdauer von 1 Jahr verkaufen?
Nein, in Deutschland gilt für Gutscheine grundsätzlich die gesetzliche Regelverjährung von 3 Jahren (§ 195 BGB). Eine kürzere Gültigkeitsdauer ist nur in engen Ausnahmefällen wirksam und sollte anwaltlich geprüft werden. Kommunizieren Sie die Gültigkeit transparent im Shop und auf dem Gutschein.
Was ist der Unterschied zwischen Wertgutschein und Leistungsgutschein?
Ein Wertgutschein berechtigt zur Einlösung eines bestimmten Geldbetrags (z. B. 50 €) gegen beliebige Leistungen. Ein Leistungsgutschein berechtigt zu einer konkreten Leistung (z. B. '2 Stunden Kartfahren für 2 Personen'). Für die Umsatzsteuer ist die Unterscheidung zwischen Einzweck- und Mehrzweckgutschein relevant — das sollte mit dem Steuerberater abgestimmt werden.
Wie sollte ich die Umsatzsteuer bei Gutscheinen behandeln?
Das hängt davon ab, ob es sich um einen Einzweckgutschein (fester Steuersatz, z. B. nur Eintrittskarten) oder Mehrzweckgutschein (unterschiedliche Steuersätze möglich, z. B. Eintritt + Gastronomie) handelt. Beim Einzweckgutschein entsteht die Steuer bei Verkauf, beim Mehrzweckgutschein erst bei Einlösung. Diese Abgrenzung ist komplex — unbedingt mit dem Steuerberater klären.
Muss ich für den Gutscheinshop ein Widerrufsrecht einräumen?
Bei digitalen Inhalten (sofortiger PDF-Versand per E-Mail) kann das Widerrufsrecht erlöschen, wenn der Käufer vor dem Kauf ausdrücklich zustimmt, dass mit dem Download/Versand sofort begonnen wird und er dabei auf sein Widerrufsrecht verzichtet. Die korrekte rechtliche Ausgestaltung sollte ein Rechtsanwalt prüfen.
Wie verhindere ich Betrug beim Online-Gutscheinverkauf?
Wichtige Maßnahmen sind: 3D Secure (Starke Kundenauthentifizierung nach PSD2) aktivieren, eindeutige und fälschungssichere Codes mit Datenbank-Abgleich bei Einlösung, maximale Transaktionsbeträge begrenzen und alle Einlösungen protokollieren (Datum, Kasse, Mitarbeiter). Außerdem sollten auffällige Transaktionsmuster automatisch gemeldet werden.
Welche Zahlungsmethoden sollte ich im Gutscheinshop anbieten?
Für den deutschen Markt sind Kreditkarte (Visa/Mastercard), PayPal und idealerweise SEPA-Lastschrift die wichtigsten Optionen. PayPal senkt die Abbruchrate deutlich, besonders bei älteren Zielgruppen. Apple Pay und Google Pay gewinnen im mobilen Bereich an Bedeutung.
Kann ich Gutscheine auch standortübergreifend verkaufen und einlösen?
Ja, technisch ist das mit einem mandantenfähigen System problemlos möglich. Wichtig ist, dass sowohl der Verkaufs- als auch der Einlösepunkt in der Buchungsdatenbank verknüpft sind und der Code standortübergreifend geprüft werden kann. Lösungen wie VenuePilot unterstützen Multi-Tenant-Betrieb nativ.
Wie binde ich einen Gutscheinshop technisch in meine bestehende Website ein?
Das hängt von der verwendeten Technik ab. Viele SaaS-Lösungen bieten ein einbettbares Widget (iFrame oder JavaScript-Snippet). Bei individuellen Entwicklungen wird der Shop als eigene Sektion oder Unterseite der Website integriert. Wichtig: Der Shop sollte im gleichen Design wie die restliche Website erscheinen, um Vertrauen zu schaffen.
Was passiert mit nicht eingelösten Gutscheinen buchhalterisch?
Verkaufte, aber noch nicht eingelöste Gutscheine sind bilanziell als Verbindlichkeit (erhaltene Anzahlung) zu führen. Erst mit der Einlösung wird Umsatz realisiert. Nicht eingelöste Gutscheine nach Ablauf der Verjährungsfrist können als Ertrag gebucht werden — aber erst nach Ablauf der 3-jährigen Frist und unter Berücksichtigung etwaiger Restansprüche. Abstimmung mit dem Steuerberater ist erforderlich.
Wie kann ich meinen Gutscheinshop bewerben?
Bewährt haben sich: SEO-optimierte Gutschein-Landingpages für lokale Suchanfragen (z. B. 'Kartbahn Gutschein Berlin kaufen'), saisonale E-Mail-Kampagnen an bestehende Kunden, gezielte Social-Media-Anzeigen rund um Feiertage, Google Shopping-Einträge und ein prominenter CTA auf der eigenen Website. Auch das Ausweisen des Gutscheinshops auf Google Business Profile steigert die Sichtbarkeit.
Lohnt sich ein eigens entwickelter Gutscheinshop oder reicht eine SaaS-Lösung?
Für kleine Anlagen mit einfachen Anforderungen reicht oft eine SaaS-Lösung (Giftup, Giftcard o. Ä.). Ab einer gewissen Komplexität — z. B. Kassenintegration, Mehrzweckgutscheine, Mehrstandortbetrieb oder angebundene Gastronomie — ist eine integrierte oder individuell entwickelte Lösung wirtschaftlich sinnvoller, auch wenn die Anfangsinvestition höher ist.
Kann der Gutscheinshop über Förderprogramme finanziert werden?
Ja, in Brandenburg beispielsweise können digitale Projekte — darunter auch ein in ein Buchungs- oder Kassensystem integrierter Gutscheinshop — über das BIG-Digital-Förderprogramm mit bis zu 50 % bezuschusst werden. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen die Förderkriterien erfüllt und einen entsprechenden Antrag stellt.

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