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Cloud & Infrastruktur

Windows Server 2016 Migration: Server 2022, 2025 oder Azure – welcher Pfad passt zu Ihrem KMU?

Steven Weißheimer24. Oktober 202611 Min. Lesezeit
Windows Server 2016 Migration: Server 2022, 2025 oder Azure – welcher Pfad passt zu Ihrem KMU?

Windows Server 2016 läuft am 13.01.2027 aus. Welcher Migrationspfad passt zu Ihrem KMU? Sachlicher Vergleich: Server 2022, 2025 und Azure – mit

Windows Server 2016 Migration: Server 2022, 2025 oder Azure – welcher Pfad passt zu Ihrem KMU?

Ein Maschinenbaubetrieb mit 35 Mitarbeitern läuft seit Jahren stabil auf Windows Server 2016. Der Server macht seinen Job: Active Directory, Fileserver, eine ältere ERP-Schnittstelle. Die IT-Verantwortlichen denken nicht darüber nach – bis jemand im Jahresgespräch mit dem externen IT-Dienstleister den Satz hört: „Der Support läuft Anfang 2027 aus."

Das ist kein hypothetisches Szenario. Es ist der Stand vieler mittelständischer IT-Umgebungen in Deutschland. Laut Microsoft Lifecycle-Richtlinie endet der Extended Support für Windows Server 2016 am 13. Januar 2027 (Pazifik-Zeit 6:59:59 Uhr, also faktisch Ende des 12. Januar 2027 Pazifikzeit). Danach gibt es keine regulären Sicherheitsupdates mehr – für alle Editionen: Datacenter, Essentials, Standard und MultiPoint Premium.

Der Windows Server 2016 Migrationspfad ist damit keine Frage des „Ob", sondern des „Wohin" – und diese Entscheidung ist folgenreicher, als sie auf den ersten Blick erscheint.


Warum die Wahl der Zielplattform über das nächste Jahrzehnt entscheidet

Wer in den Migrationspfad investiert, bindet Budget, Arbeitszeit und Abhängigkeiten – oft für mehrere Jahre. Die größte Gefahr: Man wählt die scheinbar sichere, günstigste Option und landet in drei oder vier Jahren erneut vor einem Support-Ende.

Das ist kein theoretisches Risiko. Windows Server 2022 zum Beispiel hatte seinen Mainstream Support-Endtermin bereits am 14. Oktober 2026. Wer heute auf Server 2022 migriert, befindet sich sofort im Extended Support – der Hersteller entwickelt das Produkt nicht mehr weiter, Fehlerbehebungen und Sicherheits-Patches laufen noch bis 15. Oktober 2031, aber neue Features oder Architekturverbesserungen kommen nicht mehr.

Windows Server 2025 hingegen befindet sich noch im Mainstream Support, der bis 14. November 2029 läuft. Der Extended Support endet erst 15. November 2034. Wer auf Server 2025 migriert, kauft sich also knapp zehn weitere Jahre Planungssicherheit. Das ist bei einer typischen Server-Investition der entscheidende Unterschied.

Die dritte Option – Cloud- bzw. Azure-Migration – unterliegt keiner klassischen Lifecycle-Befristung. Microsoft entwickelt die Cloud-Dienste fortlaufend weiter. Dafür entstehen laufende Betriebskosten statt einmaliger Lizenz- und Hardware-Ausgaben, und der Wechsel verändert das IT-Betriebsmodell grundlegend.


Die drei Migrationspfade im sachlichen Vergleich

Windows Server 2022: Noch nutzbar, aber mit eingeschränkter Perspektive

Server 2022 ist technisch stabiler als 2016 und bringt gegenüber 2019 und 2016 verbesserte Sicherheitsfunktionen. Die Migration ist oft unkomplizierter als ein Sprung auf 2025, weil die Systemanforderungen moderater sind und viele Workloads gut kompatibel laufen.

Die entscheidende Einschränkung: Der Mainstream Support ist seit Oktober 2026 beendet. Das bedeutet, dass neue Funktionen nicht mehr kommen und die Plattform nur noch sicherheitstechnisch gepflegt wird – bis Oktober 2031. Für Unternehmen, die heute von Server 2016 migrieren und in fünf Jahren wieder upgraden möchten, kann das eine sinnvolle Zwischenlösung sein. Wer hingegen eine langfristige Plattform sucht, zahlt in wenigen Jahren erneut Migrationsaufwand.

Geeignet, wenn:

  • Die vorhandene Anwendungslandschaft eine bestimmte Windows-Server-Generation voraussetzt, die noch nicht mit 2025 kompatibel ist
  • Das Budget kurzfristig begrenzt ist und in drei bis vier Jahren eine größere Infrastrukturentscheidung ansteht (z. B. Cloud-Wechsel oder ERP-Ablösung)
  • Explizit eine Zwischenstation geplant ist

Nicht empfehlenswert, wenn: das Ziel eine Investition mit maximaler Planungssicherheit ist.

Windows Server 2025: Die langfristig belastbarste On-Premises-Option

Server 2025 ist seit November 2024 verfügbar. Die Plattform folgt der Fixed Lifecycle Policy und bietet bis 2034 Extended Support – das sind effektiv fast zehn Jahre Gesamtlaufzeit ab heute. Der Mainstream Support läuft bis November 2029.

Technisch bringt Server 2025 unter anderem verbesserte Sicherheitsarchitektur, bessere Azure-Integration (insbesondere bei Hybrid-Szenarien) und Unterstützung neuerer Workloads. Die Editionen umfassen Datacenter, Datacenter: Azure Edition, Essentials und Standard.

Für KMU, die ihren Server-Betrieb langfristig on-premises oder in einer Managed-Hosting-Umgebung betreiben wollen, ist Server 2025 die Zielplattform mit der längsten Perspektive. Die Migrationskosten fallen einmalig an – der nächste Upgrade-Zyklus rückt auf mindestens 2031 (Mainstream Ende) oder 2034 (Extended Ende) nach.

Geeignet, wenn:

  • Der On-Premises-Betrieb langfristig Strategie ist
  • Die Anwendungslandschaft kompatibel ist (was vorab zu prüfen ist)
  • Planungssicherheit und minimale Upgrade-Frequenz gewünscht sind

Hinweis: Die Anwendungskompatibilität – insbesondere bei älteren Fachanwendungen oder Eigenentwicklungen – muss vor der Migration geprüft werden. Eine Checkliste hilft dabei, offene Abhängigkeiten zu identifizieren.

Azure und Cloud: Kein Lifecycle-Ende, aber ein anderes Betriebsmodell

Eine Migration nach Azure – oder in vergleichbare Cloud-Infrastrukturen – bedeutet keinen klassischen Versionswechsel mehr. Microsoft pflegt und entwickelt seine Cloud-Dienste fortlaufend. Das Argument „Kein Support-Ende mehr" ist real.

Aber: Cloud ist nicht per Definition günstiger. Ob eine Azure-Migration wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt stark vom Workload ab. Für datenbankintensive oder rechenintensive Anwendungen können die monatlichen Betriebskosten über fünf Jahre die einmalige On-Premises-Investition übersteigen. Für andere Workloads – etwa Fileserver mit geringer Last oder temporäre Entwicklungsumgebungen – rechnet sich Cloud oft schneller.

Der Einwand „Cloud ist zu teuer" ist also nicht pauschal falsch, aber auch nicht pauschal richtig. Er muss workloadspezifisch durchgerechnet werden, idealerweise mit einer TCO-Betrachtung (Total Cost of Ownership) über fünf Jahre.

Geeignet, wenn:

  • Skalierbarkeit und Flexibilität wichtiger sind als fixe Infrastrukturkosten
  • Das interne IT-Team den Cloud-Betrieb managen kann oder ein Managed IT-Service das übernimmt
  • Geografische Redundanz, Disaster Recovery oder Remote-Arbeitsplätze eine Rolle spielen
  • Der Workload sich für Cloud-native Betrieb eignet (d. h. keine zwingenden On-Premises-Anforderungen)

Nicht sinnvoll, wenn: Behördenauflagen, Datenschutzanforderungen oder Anwendungsarchitektur einen lokalen Betrieb erfordern.


Lifecycle-Übersicht: Die Fakten auf einen Blick

PlattformMainstream EndExtended EndVerfügbar seit
Windows Server 201612.01.202213.01.2027—
Windows Server 202214.10.2026 (bereits vorbei)15.10.2031—
Windows Server 202514.11.202915.11.203401.11.2024
Azure (IaaS/PaaS)—Kein klassisches Lifecycle-Endelaufend

Quellen: Microsoft Lifecycle-Seiten für Windows Server 2016, Windows Server 2022 und Windows Server 2025


Was ist mit Extended Security Updates (ESU) für Server 2016?

In Fachmedien kursieren Hinweise auf kostenpflichtige Extended Security Updates für Windows Server 2016 nach dem Support-Ende im Januar 2027 – ähnlich dem ESU-Programm, das Microsoft für Windows Server 2012/R2 angeboten hat. Konkrete Bedingungen, Laufzeiten und Preise für Server 2016 ESU konnten wir in diesem Redaktionsdurchgang an keiner Microsoft-Primärquelle belastbar verifizieren.

Was klar ist: Selbst wenn ESU verfügbar sein sollte, sind diese Programme grundsätzlich kostenpflichtig, befristet und decken ausschließlich kritische Sicherheits-Patches ab – keine neuen Features, keine erweiterte Anwendungsunterstützung. Sie sind ein bezahltes Überbrückungsinstrument, kein Ersatz für eine Migration. Wer plant, sollte diese Option als möglicherweise vorhandene Übergangslösung einkalkulieren, sie aber vor einer Entscheidung bei Microsoft oder einem autorisierten Lizenzpartner verbindlich klären.

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Praxisbeispiel: Wie eine Migrationsentscheidung konkret aussieht

Ein hypothetisches, aber typisches Szenario aus dem mittelständischen Umfeld:

Ein Steuerberatungsbüro mit 18 Mitarbeitern betreibt einen Windows Server 2016 (Standard Edition) als Active Directory, Fileserver und DATEV-Datenbankhost. Die Hardware ist sechs Jahre alt. Das Unternehmen hat keine eigene IT-Abteilung.

Bestandsaufnahme ergibt:

  • DATEV ist kompatibel mit Server 2025 (laut DATEV-Kompatibilitätsliste, vorab zu prüfen)
  • Die Datenmenge auf dem Fileserver beträgt ca. 800 GB – für Cloud-Ablage grundsätzlich handhabbar
  • Datenschutzanforderungen: alle Mandantendaten müssen in Deutschland verbleiben
  • Das Team arbeitet teilweise remote

Mögliche Entscheidungslogik:

Option A – Server 2025 on-premises (neue Hardware): Klare Lifecycle-Perspektive bis 2034, bekanntes Betriebsmodell, Einmalkosten. Geeignet, wenn die Hardware ohnehin zu ersetzen ist.

Option B – Azure (Hybrid): Active Directory und DATEV-Datenbank bleiben on-premises (Azure AD Connect oder kleine lokale VM), Fileserver wandert in Azure Files oder SharePoint Online. Laufende Kosten, dafür kein Hardware-Lifecycle-Risiko für den Fileserver-Part.

Option C – Server 2022 als Zwischenlösung: Nur dann sinnvoll, wenn in drei Jahren eine größere Systemablösung geplant ist (z. B. neues ERP-System, das Cloud-native läuft). Sonst: doppelter Migrationsaufwand.

Ergebnis der Abwägung: Für dieses Unternehmen wäre ein hybrider Ansatz (Server 2025 für DATEV und AD, SharePoint Online für Fileserver) eine prüfenswerte Kombination – langfristig planbar, datenschutzkonform und schrittweise umsetzbar.

Diese Abwägung ist kein Selbstläufer. Sie setzt eine Analyse der Anwendungslandschaft, Lizenzkosten und laufenden Betriebskosten voraus, die idealerweise ein erfahrener IT-Dienstleister durchführt.


Worauf es bei der Migrationsvorbereitung ankommt

Unabhängig vom gewählten Ziel gibt es Vorbereitungsschritte, die sich bei jeder Migration bewähren.

Inventarisierung aller abhängigen Workloads: Welche Anwendungen laufen auf dem Server 2016? Gibt es 32-Bit-Anwendungen, ältere Treiber oder proprietäre Schnittstellen, die eine Kompatibilitätsprüfung erfordern?

Lizenzprüfung: Welche Lizenzen (Retail, OEM, Volume Licensing, SPLA) liegen vor? Sind Software Assurance-Rechte vorhanden, die ein Upgrade-Recht auf Server 2022 oder 2025 einschließen?

Hardware-Assessment: Erfüllt die vorhandene Hardware die Systemanforderungen der Zielversion? Bei Server 2025 gelten höhere Mindestanforderungen als bei Server 2016 – unter anderem muss der Prozessor die Befehlssätze SSE4.2 und POPCNT unterstützen. TPM 2.0 und Secure Boot sind laut Microsoft nur für bestimmte Funktionen wie BitLocker oder Secured-core nötig.

Migrationsweg wählen: In-Place-Upgrade (direkte Installation der neuen Version auf demselben System) versus Clean Install auf neuer Hardware versus Side-by-Side-Migration (paralleler Betrieb beider Server mit schrittweiser Workload-Verschiebung). Die Side-by-Side-Methode ist aufwändiger, aber sicherer – insbesondere wenn kritische Produktivsysteme betroffen sind.

Backup- und Rollback-Strategie: Vor jeder Migration muss ein vollständiges, getestetes Backup vorliegen. Ein definierter Rollback-Plan gehört zum Migrationsprojekt – nicht als Formalität, sondern als operativer Notfallplan.

Testmigration: Gerade bei Fachanwendungen lohnt ein Testsystem – entweder als Hyper-V-VM oder in einer temporären Azure-Umgebung – bevor der Produktivserver angefasst wird.


Release-Kanäle: Was der Annual Channel für Server 2025 bedeutet

Seit September 2023 unterscheidet Microsoft bei Windows Server zwischen zwei Hauptkanälen: dem Long-Term Servicing Channel (LTSC) und dem Annual Channel (AC). Windows Server 2025 ist ein LTSC-Release – das ist der klassische, langfristig unterstützte Kanal mit dem vollen Lifecycle.

Der Annual Channel richtet sich vor allem an containerisierte und cloud-native Workloads, die häufigere Updates und Features benötigen. Für den typischen Mittelständler, der einen physischen oder virtuellen Server on-premises betreibt, ist der LTSC-Release (also Server 2025 Standard oder Datacenter) die relevante Option.


Die Rolle von Managed IT-Services bei der Migrationsentscheidung

Viele KMU haben keine interne IT-Abteilung, die diese Entscheidung eigenständig vorbereiten und umsetzen kann. Die Migration eines Windows Server 2016 ist kein Plug-and-Play-Vorgang – insbesondere wenn Active Directory-Rollen, Exchange, SQL Server oder Fachanwendungen beteiligt sind.

Ein IT-Managed-Service-Anbieter übernimmt in diesem Kontext mehr als die technische Umsetzung: Er hilft bei der Zielplattformwahl auf Basis der tatsächlichen Workloads, kennt die Lizenzierungsoptionen und kann eine realistische TCO-Betrachtung liefern. Die Alternative – Migration ohne Analyse – endet nicht selten mit Kompatibilitätsproblemen in der Produktion oder einer Zielplattform, die in drei Jahren schon wieder veraltet ist.

SW Business Solutions berät herstellerneutral zur Zielplattform und übernimmt die technische Umsetzung der Migration. Das bedeutet: keine Vorentscheidung für eine bestimmte Plattform aus Lizenzinteressen, sondern eine Empfehlung, die zum konkreten Workload und Budget des Unternehmens passt.


Wann Azure die On-Premises-Alternative schlägt – und wann nicht

Das Argument gegen Cloud lautet oft: „Wir verlieren die Kontrolle über unsere Daten." Dieses Argument ist bei bestimmten Anforderungen berechtigt – etwa wenn spezifische Datenschutzauflagen oder behördliche Vorgaben einen lokalen Betrieb verlangen.

In anderen Fällen ist es eine ungeprüfte Annahme. Microsoft Azure betreibt Rechenzentren in Deutschland (Region Germany West Central, Frankfurt), die DSGVO-konformen Betrieb ermöglichen. Für viele KMU-Workloads – insbesondere Fileserver, E-Mail und einfache Geschäftsanwendungen – ist die Azure-basierte Variante technisch und datenschutzrechtlich durchaus umsetzbar.

Das Gegenargument „Cloud ist zu teuer" greift ebenfalls nur workloadspezifisch: Ein mittelständischer Fileserver mit geringer Last kann in Azure Files günstiger betrieben werden als auf dedizierter Hardware, die regelmäßig erneuert werden muss. Eine SQL-Server-Instanz mit hoher Transaktionslast kann in Azure teurer kommen als on-premises auf effizienter Hardware.

Wer eine fundierte Entscheidung treffen will, kommt um eine Kostenrechnung nicht herum. Das ist unangenehm, weil sie Zeitaufwand erfordert – aber sie verhindert, dass die Migrationsentscheidung auf Bauchgefühl basiert.


IT-Systembetreuung als Entscheidungsrahmen

Ein guter IT-Dienstleister wird nicht empfehlen, was am einfachsten zu verkaufen ist, sondern was zur IT-Strategie des Unternehmens passt. Das setzt voraus, dass überhaupt eine IT-Strategie existiert – oder zumindest eine Bestandsaufnahme, die zeigt, welche Systeme wie lange genutzt werden sollen.

Die IT-Systembetreuung durch einen externen Dienstleister kann diesen Überblick liefern: welche Serversysteme laufen, wann deren Support-Fenster schließen, welche Anwendungen davon abhängen. Das ist keine Luxusleistung für Großunternehmen – es ist die Voraussetzung dafür, dass eine Migrationsentscheidung nicht im letzten Quartal vor dem Support-Ende unter Zeitdruck fällt.

Wer den Windows Server 2016 Migrationspfad jetzt plant – mehr als ein Jahr vor dem effektiven Support-Ende – hat Zeit für einen strukturierten Prozess: Bestandsaufnahme, Kompatibilitätsprüfung, Angebotsvergleich, Testmigration und saubere Produktivschaltung. Wer wartet, bis der Support-Ablauf unmittelbar bevorsteht, arbeitet unter Druck – und Druckentscheidungen bei Infrastrukturmigrationen enden selten optimal.


Entscheidungsmatrix: Welcher Pfad passt zu welchem KMU-Typ?

UnternehmenstypEmpfohlener PfadBegründung
Stabiler On-Premises-Betrieb, langfristige PlanungWindows Server 2025Längste Lifecycle-Perspektive bis 2034
Kurzfristiger Handlungsbedarf, Systemablösung in 3–4 Jahren geplantWindows Server 2022Bekannte Plattform, kürzere Bindung
Skalierungsbedarf, Remote-Arbeitsplätze, kein Hardware-Lifecycle gewünschtAzureKein Versionszyklus, laufende Entwicklung
Gemischte Anforderungen (z. B. DATEV lokal, Fileserver skalierbar)Hybrid (Server 2025 + Azure)Kombination nach Workload-Bedarf
Unklare Anforderungen, keine IT-Abteilung internBeratung zuerstZielplattformwahl vor Migration

Was jetzt konkret zu tun ist

Das Support-Ende für Windows Server 2016 am 13. Januar 2027 ist ein festes Datum. Ein Jahr klingt nach viel Zeit – in der Praxis schrumpft der Handlungsspielraum schnell, wenn Beschaffungsprozesse, Kompatibilitätsprüfungen und Migrationsplanung addiert werden.

Der sinnvolle nächste Schritt ist kein sofortiger Systementscheid, sondern eine strukturierte Bestandsaufnahme:

  1. Inventarisieren: Welche Workloads laufen auf Server 2016, welche Anwendungen hängen davon ab?
  2. Kompatibilität prüfen: Laufen alle Anwendungen auf Server 2025 oder in Azure?
  3. Kosten gegenüberstellen: TCO-Vergleich On-Premises vs. Cloud für die relevanten Workloads
  4. Migrationspfad festlegen: Auf Basis der Daten, nicht auf Basis von Annahmen
  5. Migration planen und umsetzen: Mit definiertem Backup, Testmigration und Rollback-Plan

SW Business Solutions unterstützt diesen Prozess herstellerneutral – von der ersten Bestandsaufnahme bis zur produktiven Migration. Wenn Sie nicht sicher sind, welcher Pfad zu Ihrer IT-Umgebung passt, ist ein unverbindliches Erstgespräch der richtige Einstieg.

Zielplattform-Beratung anfragen → Sprechen Sie mit uns über Ihre konkrete IT-Umgebung und den passenden Migrationspfad für Ihre Anforderungen.

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Häufige Fragen

Wann endet der Support für Windows Server 2016 genau?
Der Extended Support für Windows Server 2016 endet laut Microsoft-Lifecycle-Seite am 13. Januar 2027 (Pazifik-Zeit 6:59:59 Uhr). Ab diesem Zeitpunkt gibt es keine regulären Sicherheitsupdates mehr. Betroffen sind alle Editionen: Datacenter, Essentials, Standard und MultiPoint Premium.
Ist Windows Server 2022 eine gute Alternative zu Server 2016?
Technisch ist Server 2022 stabiler und sicherer als 2016. Der Mainstream Support endete jedoch bereits am 14. Oktober 2026 – wer heute migriert, befindet sich sofort im Extended Support bis Oktober 2031. Für eine kurzfristige Brückenlösung kann Server 2022 sinnvoll sein, für eine langfristige Investition ist Server 2025 die belastbarere Wahl.
Bis wann wird Windows Server 2025 von Microsoft unterstützt?
Windows Server 2025 hat einen Mainstream Support bis 14. November 2029 und einen Extended Support bis 15. November 2034. Es handelt sich um ein LTSC-Release (Long-Term Servicing Channel), das seit November 2024 verfügbar ist.
Gibt es Extended Security Updates (ESU) für Windows Server 2016 nach dem Support-Ende?
In Fachmedien kursieren Hinweise auf ein kostenpflichtiges ESU-Programm für Server 2016, ähnlich wie es Microsoft für Server 2012/R2 angeboten hat. Konkrete Konditionen konnten in diesem Redaktionsdurchgang nicht an einer Microsoft-Primärquelle verifiziert werden. ESU wäre grundsätzlich ein kostenpflichtiges Überbrückungsinstrument, kein Ersatz für eine Migration. Verbindliche Informationen sollten direkt bei Microsoft oder einem autorisierten Lizenzpartner eingeholt werden.
Kann ich direkt von Windows Server 2016 auf Server 2025 upgraden (In-Place-Upgrade)?
Ein In-Place-Upgrade von Server 2016 auf Server 2025 ist grundsätzlich möglich, aber Microsoft empfiehlt in der Regel schrittweise Upgrade-Pfade. Je nach Systemkonfiguration, installierten Rollen und Anwendungskompatibilität kann ein sauberes Side-by-Side-Vorgehen auf neuer Hardware sicherer sein. Eine Kompatibilitätsprüfung vorab ist in jedem Fall erforderlich.
Was ist der Unterschied zwischen LTSC und Annual Channel bei Windows Server?
Seit September 2023 gibt es zwei Hauptkanäle: Der Long-Term Servicing Channel (LTSC) – zu dem Windows Server 2025 gehört – bietet langfristige Unterstützung mit dem bekannten Lifecycle. Der Annual Channel richtet sich an containerisierte und cloud-native Workloads mit häufigeren Feature-Updates. Für die meisten KMU mit physischen oder virtuellen On-Premises-Servern ist der LTSC-Kanal die relevante Wahl.
Ist eine Azure-Migration günstiger als ein neuer Windows Server?
Das hängt vom Workload ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Fileserver mit geringer Last kann in Azure Files wirtschaftlich sinnvoll sein. Eine datenbankintensive Anwendung mit hoher Transaktionslast kann on-premises günstiger betrieben werden. Eine Total-Cost-of-Ownership-Betrachtung über fünf Jahre ist für eine fundierte Entscheidung unerlässlich.
Welche Editionen von Windows Server 2016 sind vom Support-Ende betroffen?
Laut Microsoft-Lifecycle-Seite sind alle Editionen betroffen: Datacenter, Essentials, Standard und MultiPoint Premium. Auch Container, die mit Windows Server 2016 veröffentlicht wurden, folgen denselben Lifecycle-Daten.
Was sollte ich vor einer Server-Migration unbedingt prüfen?
Wichtig sind: Inventarisierung aller Workloads und Anwendungen auf dem Server, Kompatibilitätsprüfung der Fachanwendungen mit der Zielversion, Lizenzrechte (z. B. Software Assurance), Hardware-Anforderungen der Zielversion (Server 2025 erfordert z. B. einen Prozessor mit SSE4.2 und POPCNT), ein vollständiges und getestetes Backup sowie ein definierter Rollback-Plan.
Wie lange dauert eine Server-Migration typischerweise?
Das hängt stark von der Komplexität der Umgebung ab. Eine einfache Side-by-Side-Migration eines Fileservers kann in wenigen Tagen abgeschlossen sein. Sind Active Directory, Exchange, SQL Server oder kritische Fachanwendungen beteiligt, sollte man mit mehreren Wochen Planungs-, Test- und Umsetzungszeit rechnen. Je früher begonnen wird, desto mehr Zeit bleibt für eine sorgfältige Testmigration.

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