← Zurück zum Blog
Digitalisierung

Prozesslandkarte erstellen: Unternehmensabläufe sichtbar machen

Steven Weißheimer13. August 202611 Min. Lesezeit
Prozesslandkarte erstellen: Unternehmensabläufe sichtbar machen

Prozesslandkarte erstellen: Kern-, Führungs- und Unterstützungsprozesse strukturieren, Verantwortliche zuordnen und Digitalisierung vorbereiten.

Prozesslandkarte erstellen: Unternehmensabläufe sichtbar machen

Eine Prozesslandkarte zu erstellen wird spätestens dann notwendig, wenn Vertrieb, Betrieb und Verwaltung dieselben Vorgänge unterschiedlich beschreiben. Der Vertrieb spricht vom abgeschlossenen Auftrag, sobald der Kunde annimmt. Für den Betrieb beginnt die eigentliche Bearbeitung erst dann, und die Buchhaltung wartet später auf einen vollständigen Leistungsnachweis. Ohne gemeinsame Übersicht plant jeder Bereich seine Digitalisierung innerhalb der eigenen Grenze.

Die Prozesslandkarte zeigt, welche Ergebnisse das Unternehmen erzeugt, welche Prozesse daran beteiligt sind und wie Kern-, Führungs- und Unterstützungsprozesse zusammenhängen. Sie ist grob genug für strategische Entscheidungen und konkret genug, um die richtigen Prozesse für Analyse, Digitalisierung oder Automatisierung auszuwählen.

Prozesslandkarte erstellen: Zweck und Ergebnis

Eine Prozesslandkarte ist eine strukturierte Übersicht der wesentlichen Unternehmensprozesse. Sie zeigt keine einzelnen Klicks oder Formularfelder. Ihr Zweck ist Orientierung:

  • Welche Prozesse schaffen unmittelbar Wert für Kunden?
  • Welche Führungsprozesse geben Ziele und Regeln vor?
  • Welche Unterstützungsprozesse stellen Personal, Finanzen, IT oder Einkauf bereit?
  • Wo beginnen und enden zentrale Wertströme?
  • Wer verantwortet einen Prozess?
  • Welche Prozesse teilen Daten, Systeme oder Ressourcen?

Das Ergebnis ist kein Organigramm. Abteilungen zeigen, wo Menschen organisatorisch zugeordnet sind. Prozesse zeigen, wie ein Ergebnis über mehrere Rollen und Bereiche hinweg entsteht.

Eine externe Moderation kann die Prozesslandkarte mit Systemen und Digitalisierungszielen verbinden. Die fachliche Einordnung muss jedoch von den Personen bestätigt werden, die Vorgänge tatsächlich entscheiden und bearbeiten.

Prozesslandkarte, Ablaufdiagramm und Prozessmodell unterscheiden

Die Begriffe beschreiben verschiedene Detailstufen.

DarstellungZweckTypischer Inhalt
ProzesslandkarteUnternehmensweite OrientierungFührungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse
WertstromErgebnis vom Bedarf bis zur Leistungbereichsübergreifende Hauptschritte
ProzesssteckbriefVerantwortung und RahmendatenStart, Ende, Kunde, Eigentümer, Kennzahlen, Systeme
Ablaufdiagrammkonkrete ReihenfolgeAktivitäten, Entscheidungen, Übergaben und Ausnahmen
technisches Prozessmodellumsetzbare SystemlogikEreignisse, Daten, Regeln und Fehlerwege

Eine Prozesslandkarte ersetzt keine Detailanalyse. Sie verhindert aber, dass ein Unternehmen zuerst einen unbedeutenden Teilprozess aufwendig modelliert, während wichtige Wertströme unbekannt bleiben.

Der Leitfaden Geschäftsprozesse analysieren setzt auf der tieferen Ebene an. Die Landkarte entscheidet, welche dieser Analysen zuerst benötigt wird.

Drei Prozessarten sinnvoll strukturieren

Die verbreitete Einteilung in Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse ist nützlich, wenn die Kategorien nach ihrem Beitrag und nicht nach Abteilungsnamen vergeben werden.

Führungsprozesse

Sie setzen Richtung und Rahmen. Dazu können Strategie, Unternehmensplanung, Risikosteuerung, Qualitätsmanagement und Investitionsentscheidungen gehören.

Ein Budgetfreigabeprozess ist nicht automatisch Führung, nur weil eine Führungskraft beteiligt ist. Entscheidend ist, ob er das Unternehmen steuert oder einen operativen Vorgang unterstützt.

Kernprozesse

Sie erzeugen die Leistung, für die Kunden bezahlen. Bei einem technischen Dienstleister reichen sie beispielsweise von Anfrage und Angebot über Einsatzplanung und Durchführung bis zu Nachweis und Abrechnung.

Kernprozesse verlaufen häufig quer durch Vertrieb, Betrieb und Verwaltung. Genau deshalb dürfen sie nicht als getrennte Abteilungslisten dargestellt werden.

Unterstützungsprozesse

Sie stellen Ressourcen und Infrastruktur bereit. Typische Bereiche sind Personal, Einkauf, Finanzen, IT, Recht und interne Verwaltung.

Unterstützung bedeutet nicht geringe Bedeutung. Ein instabiler IT-Betrieb oder langsamer Beschaffungsprozess kann mehrere Kernprozesse gleichzeitig begrenzen.

Den richtigen Detailgrad wählen

Eine Landkarte mit fünf Feldern bleibt möglicherweise zu abstrakt. Eine Darstellung mit hundert Einzelprozessen verliert ihre Orientierungsfunktion.

Für den ersten Entwurf reichen häufig zwei Ebenen:

  1. Prozessgruppen wie „Kunden gewinnen“, „Leistung erbringen“ oder „Mitarbeiter bereitstellen“
  2. zugehörige Prozesse wie „Anfrage qualifizieren“, „Angebot erstellen“ oder „Einsatz abrechnen“

Einzelne Aktivitäten wie „E-Mail öffnen“ oder „Rechnung prüfen“ gehören erst in die Detailmodellierung.

Der geeignete Detailgrad lässt sich an einer Frage prüfen: Kann die Geschäftsleitung anhand der Landkarte Prioritäten setzen, und können Fachbereiche den richtigen Prozess für eine vertiefte Analyse eindeutig benennen? Wenn nicht, ist sie zu grob oder uneinheitlich.

Schritt 1: Zweck und Betrachtungsrahmen festlegen

Eine Prozesslandkarte kann Qualitätsmanagement, Digitalisierung, Rollenklärung oder Systemplanung unterstützen. Der Anlass bestimmt, welche Zusatzinformationen benötigt werden.

Für eine Digitalisierungsstrategie sind Systembezug, Datenabhängigkeiten, manueller Aufwand und Kundeneinfluss relevant. Für eine Zertifizierung können andere Nachweise und Dokumentationsanforderungen gelten.

Der Rahmen sollte benennen:

  • betrachtetes Unternehmen oder Geschäftsfeld
  • Standorte und Gesellschaften
  • wesentliche Kundengruppen
  • einbezogene Leistungen
  • Ziel der Landkarte
  • verantwortlicher Auftraggeber

Mehrere Geschäftsfelder dürfen eigene Varianten besitzen. Sie sollten jedoch gemeinsame Prozesse und Systeme sichtbar halten.

Schritt 2: Mit Kundenergebnissen und Wertströmen beginnen

Die erste Frage lautet nicht „Welche Abteilungen haben wir?“, sondern „Welche Ergebnisse erhalten unsere Kunden?“

Ein Wartungsbetrieb liefert beispielsweise planbare Instandhaltung, Störungsbehebung und nachvollziehbare Leistungsnachweise. Daraus entstehen Wertströme:

  • Bedarf bis Vertrag
  • Auftrag bis Einsatz
  • Einsatz bis Nachweis
  • Nachweis bis Rechnung
  • Störung bis Lösung

Diese Sicht verhindert, dass Angebot, Disposition und Abrechnung als unabhängige Prozesse ohne gemeinsame Übergaben geplant werden.

Interne Ergebnisse gehören ebenfalls dazu. „Mitarbeiter einsatzfähig bereitstellen“ verbindet Recruiting, Vertrag, Ausstattung, Berechtigung und Einarbeitung.

📊Kostenlos

Digitalisierungs-Reifegrad

Wie digital ist Ihr Unternehmen wirklich? Score + Roadmap.

  • Digitalisierungs-Score 0–100
  • Reifegrad: Anfänger bis Digital Leader
  • Priorisierte Roadmap
  • Bericht per E-Mail
Schritt 1 von 310%

Wenige Fragen, persönlicher Bericht direkt per E-Mail.

Kostenlos · PDF-Bericht per E-Mail · Kein Spam

Schritt 3: Prozesse einheitlich benennen

Prozessnamen sollten eine Tätigkeit und ein Ergebnis erkennen lassen. „Vertrieb“ ist eine Organisationseinheit. „Anfrage qualifizieren“ oder „Angebot erstellen“ sind Prozesse.

Geeignete Namen folgen häufig dem Muster Verb plus Objekt:

  • Kundenbedarf erfassen
  • Angebot kalkulieren
  • Auftrag freigeben
  • Einsatz planen
  • Leistung dokumentieren
  • Rechnung erstellen

Unklare Sammelbegriffe wie „Administration“ oder „Sonstiges“ erschweren Verantwortung und Priorisierung. Wenn eine Prozessgruppe mehrere deutlich verschiedene Ergebnisse erzeugt, wird sie geteilt.

Gleichzeitig sollten synonyme Begriffe vereinheitlicht werden. „Ticket“, „Fall“, „Vorgang“ und „Anfrage“ können unterschiedliche Zustände oder nur verschiedene Namen für dasselbe Objekt sein. Die Klärung gehört in ein kleines Glossar.

Schritt 4: Start, Ende und Empfänger bestimmen

Ein Prozess wird über Auslöser und fachliches Ergebnis abgegrenzt.

Für „Angebot erstellen“ kann der Start eine vollständig qualifizierte Anfrage sein. Das Ende ist ein versendetes, nachvollziehbar freigegebenes Angebot. Fehlen Angaben, gehört die Vervollständigung möglicherweise zum vorherigen Qualifizierungsprozess.

Der Empfänger kann ein externer Kunde oder ein interner Folgeprozess sein. Die Abrechnung erhält beispielsweise einen vollständigen Leistungsnachweis.

Klare Grenzen machen Übergaben sichtbar. Sie verhindern, dass zwei Prozesse denselben Schritt beanspruchen oder wichtige Arbeit zwischen ihnen verschwindet.

Schritt 5: Prozessverantwortung zuordnen

Jeder Prozess braucht eine Rolle, die Standardablauf, Kennzahlen und Verbesserungen verantwortet. Das muss nicht die Person sein, die jeden Schritt ausführt.

Bei bereichsübergreifenden Prozessen entsteht häufig ein Konflikt: Jeder Bereich optimiert seinen Abschnitt, aber niemand entscheidet über das Gesamtergebnis. Eine Prozessverantwortung braucht deshalb ein klares Mandat.

Im Steckbrief werden mindestens festgehalten:

  • Prozesseigentümer
  • beteiligte Rollen
  • Empfänger des Ergebnisses
  • wichtigste Schnittstellen
  • Eskalationsweg bei Zielkonflikten

Die Verantwortung für Daten kann getrennt sein. Ein Prozesseigentümer entscheidet über den Ablauf, während eine andere Rolle Kunden- oder Produktdaten fachlich verantwortet.

Schritt 6: Systeme und Daten als zweite Ebene ergänzen

Für die Digitalisierung wird sichtbar gemacht, welche Anwendungen einen Prozess unterstützen und welche Daten mehrere Prozesse verbinden.

Die Landkarte sollte nicht mit Produktlogos überladen werden. Ein Prozesssteckbrief kann führende Systeme und zentrale Datenobjekte aufnehmen:

ProzessFührendes SystemZentrale DatenManuelle Übergabe
Anfrage qualifizierenCRMKunde, Bedarf, KontaktAngaben aus E-Mail
Einsatz planenPlanungssystemAuftrag, Mitarbeiter, TerminKapazität aus Tabelle
Leistung abrechnenERPAuftrag, Position, NachweisZeiten aus Freitext

Damit wird erkennbar, wenn mehrere Prozesse von derselben ungeklärten Datenquelle abhängen. Eine Softwarearchitektur für Unternehmensprozesse kann diese Sicht bei komplexeren Systemlandschaften vertiefen.

Schritt 7: Prozesse mit wenigen Kriterien bewerten

Die Landkarte wird zur Entscheidungsgrundlage, wenn Prozesse vergleichbar bewertet werden. Geeignete Kriterien sind:

  • Kundeneinfluss
  • Geschäftswirkung
  • Häufigkeit
  • manueller Aufwand
  • Fehlerfolge
  • Systemabhängigkeit
  • Veränderungsdruck

Bewertungen benötigen eine kurze Begründung. „Hoher Digitalisierungsbedarf“ ist zu vage. Konkreter ist: „Anfragen werden aus drei Postfächern manuell ins CRM übertragen; unvollständige Angaben verzögern die Kalkulation.“

Die Prozessoptimierung im Unternehmen hilft bei der späteren Ursachenanalyse. Auf der Landkarte genügt zunächst der belegte Hinweis, warum ein Prozess vertieft werden sollte.

Den Erstellungsworkshop arbeitsfähig vorbereiten

Ein Workshop sollte nicht mit einer leeren Zeichenfläche beginnen. Vorab werden vorhandene Organigramme, Leistungsübersichten, Prozessbeschreibungen, Systemlisten und relevante Kennzahlen gesammelt. Sie dienen als Hinweise, nicht als verbindliche Prozessstruktur.

Teilnehmen sollten Personen, die unterschiedliche Teile der Wertschöpfung kennen und Entscheidungen treffen können. Für einen Dienstleister können das Vertrieb, Disposition, Leistungserbringung, Abrechnung, IT und eine verantwortliche Führungskraft sein. Eine Runde mit ausschließlich Abteilungsleitungen übersieht möglicherweise informelle Übergaben; eine Runde ohne Entscheider kann Konflikte nur dokumentieren.

Der Workshop arbeitet in drei Durchgängen:

  1. Kundenergebnisse und übergreifende Wertströme benennen.
  2. Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse zuordnen und einheitlich benennen.
  3. Prozessgrenzen, Eigentümer und offene Konflikte festhalten.

Ungeklärte Detailfragen werden in einem Parkplatz mit Verantwortlichem und Termin gesammelt. Sie dürfen die Landkarte nicht in eine vollständige Prozessanalyse verwandeln.

Am Ende müssen konkrete Arbeitsergebnisse vorliegen:

  • versionierter Entwurf der Landkarte
  • Glossar strittiger Begriffe
  • Liste fehlender oder doppelt benannter Prozesse
  • benannte Verantwortliche für die Validierung
  • priorisierte Prozesse für Steckbrief oder Detailanalyse

Eine grafische Einigung ohne diese nächsten Schritte ist noch kein belastbares Ergebnis. Besonders strittige Prozessgrenzen werden anschließend anhand realer Kunden- oder Auftragsvorgänge überprüft.

Schritt 8: Landkarte mit Fachbereichen validieren

Ein zentral erstellter Entwurf übersieht häufig lokale Varianten und informelle Übergaben. Die Validierung sollte deshalb reale Vorgänge verwenden.

Für einen ausgewählten Auftrag gehen Beteiligte die Prozesskette entlang:

  • Welcher Prozess wird tatsächlich ausgelöst?
  • Wo wechselt die Verantwortung?
  • Welche Variante fehlt?
  • Welcher Name wird im Alltag verwendet?
  • Wo endet der Vorgang fachlich?

Diskussionen über einzelne Klicks werden für die Detailanalyse notiert. Die Landkarte bleibt auf der vereinbarten Ebene.

Beispiel einer Prozesslandkarte für einen Dienstleister

Das folgende Beispiel ist hypothetisch.

Führungsprozesse

  • Strategie und Portfolio steuern
  • Finanzen und Risiken planen
  • Qualität und Verbesserungen führen
⏱️Kostenlos

Automatisierungs-Potenzial

Wie viel Zeit und Geld steckt in manuellen Prozessen?

  • Stunden-Einsparung pro Woche
  • Kosten-Einsparung in €/Jahr
  • ROI-Zeitraum berechnet
  • Ergebnis per E-Mail
Schritt 1 von 210%

Wenige Fragen, persönlicher Bericht direkt per E-Mail.

Kostenlos · PDF-Bericht per E-Mail · Kein Spam

Kernprozesse

  • Kundenbedarf gewinnen und qualifizieren
  • Angebot entwickeln und abschließen
  • Auftrag planen und vorbereiten
  • Leistung erbringen und dokumentieren
  • Leistung abrechnen
  • Kundenanliegen bearbeiten

Unterstützungsprozesse

  • Mitarbeiter gewinnen und einsetzen
  • Lieferanten und Material beschaffen
  • IT-Systeme und Berechtigungen betreiben
  • Dokumente und Wissen verwalten
  • Buchhaltung und Zahlungsverkehr durchführen

Die Landkarte zeigt zunächst nur die Struktur. Im nächsten Schritt kann „Angebot entwickeln und abschließen“ vertieft werden, weil Bearbeitungszeit und manuelle Kalkulation Wachstum begrenzen.

Prozesslandkarte für die Digitalisierung nutzen

Die Landkarte verhindert isolierte Toolprojekte. Ein CRM betrifft nicht nur Vertrieb, wenn angenommene Angebote später als Auftrag ins ERP gelangen. Ein Kundenportal braucht Daten aus Kernprozessen, nicht nur eine neue Oberfläche.

Für jedes geplante Vorhaben wird geprüft:

  • Welchen Prozess und welches Ergebnis verändert es?
  • Welche vor- und nachgelagerten Prozesse sind betroffen?
  • Welche Daten und Systeme werden geteilt?
  • Wer entscheidet über den Soll-Ablauf?
  • Welche Kennzahl soll sich ändern?

Der Grundlagenartikel zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen im KMU zeigt, wie aus einem priorisierten Prozess ein umsetzbares Digitalisierungsprojekt wird.

Die Leistung zur digitalen Transformation verbindet Prozesslandkarte, Priorisierung und technische Umsetzung. Der Nutzen liegt besonders darin, Abhängigkeiten vor einer Softwareentscheidung sichtbar zu machen.

Prozesslandkarte und Prozessautomatisierung

Eine Landkarte zeigt, wo Automatisierung möglicherweise wirkt, aber nicht, wie sie technisch umgesetzt wird. Dazu braucht es eine detaillierte Analyse von Eingaben, Regeln, Ausnahmen und Fehlerfolgen.

Der veröffentlichte Artikel zur Workflow-Automatisierung für KMU vertieft geeignete Abläufe. Ein hoher manueller Aufwand allein reicht nicht; Regeln und Daten müssen ausreichend klar sein.

Automatisierung an einer Prozessgrenze ist besonders kritisch. Wenn der vorgelagerte Prozess unvollständige Daten liefert, skaliert die Automatisierung den Fehler.

Geeignete Werkzeuge

Für einen ersten Entwurf genügen Moderationskarten, Whiteboard oder eine einfache Präsentation. Entscheidend sind gemeinsame Begriffe und Versionierung, nicht das teuerste Modellierungswerkzeug.

Eine Tabellenübersicht eignet sich für Prozesssteckbriefe und Bewertungen. Spezialisierte Modellierungssoftware wird sinnvoll, wenn viele Varianten, Freigaben, Versionen oder technische Modelle konsistent verwaltet werden müssen.

Das Werkzeug sollte Export, Berechtigungen und nachvollziehbare Änderungen unterstützen. Eine Landkarte, die nur der Ersteller bearbeiten kann, wird schnell veraltet.

Häufige Fehler bei Prozesslandkarten

Ein häufiger Fehler ist die Abbildung des Organigramms. Prozesse werden dann nach Abteilungen sortiert, und bereichsübergreifende Wertströme bleiben unsichtbar.

Weitere Fehler sind:

  • zu viele Einzelaktivitäten auf der obersten Ebene
  • uneinheitliche Prozessnamen
  • fehlende Start- und Endpunkte
  • keine verantwortliche Rolle
  • Systemlogos ohne fachlichen Zusammenhang
  • Bewertung ohne Nachweis
  • Erstellung ohne reale Fallprüfung
  • keine Pflege nach organisatorischen Änderungen

Auch eine optisch perfekte Landkarte kann nutzlos sein, wenn sie keine Entscheidung vorbereitet.

Prozesslandkarte aktuell halten

Eine verantwortliche Rolle pflegt Struktur, Begriffe und Prozesssteckbriefe. Änderungen werden nicht nach jeder kleinen Arbeitsanpassung nötig. Relevant sind neue Leistungen, geänderte Verantwortungen, Systemablösungen oder dauerhaft veränderte Prozessgrenzen.

Ein Review kann mit Strategie- oder Portfolioterminen verbunden werden. Dabei wird geprüft:

  • Gibt es neue oder entfallene Prozesse?
  • Haben sich Start, Ende oder Verantwortliche verändert?
  • Welche Prozesse wurden digitalisiert?
  • Sind neue System- oder Datenabhängigkeiten entstanden?
  • Stimmen Prioritäten und Bewertungen noch?

Die Landkarte bleibt damit ein Steuerungsinstrument und wird nicht zum einmaligen Workshop-Ergebnis.

Unterstützung bei Prozesslandkarte und Digitalisierungsplanung

SW Business Solutions kann Prozesslandkarte, Systembezug und Digitalisierungsprioritäten gemeinsam erarbeiten. Eine Prozess- und Systemanalyse anfragen ist besonders sinnvoll, wenn mehrere Bereiche dieselben Daten oder Anwendungen nutzen und intern kein gemeinsames Prozessbild besteht.

Das Ergebnis umfasst keine unnötig detaillierte Modellierung. Benötigt werden eine verständliche Landkarte, belastbare Prozesssteckbriefe für priorisierte Abläufe und ein klarer Übergang zur nächsten Entscheidung.

Der erste Schritt ist eine Liste der Ergebnisse, für die Kunden bezahlen oder die Kernprozesse intern benötigen. Ordnen Sie diese Ergebnisse zu Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozessen. Prüfen Sie anschließend einen realen Auftrag gegen die Landkarte. Jede unklare Übergabe zeigt, welcher Prozess als Nächstes vertieft werden sollte.

Prozesslandkarte
Prozessarchitektur
Kernprozesse
Mittelstand
Prozessmanagement
Digitalisierungsplanung

Häufige Fragen

Was ist eine Prozesslandkarte?
Sie ist eine strukturierte Übersicht der Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse eines Unternehmens und ihrer wesentlichen Zusammenhänge.
Was ist der Unterschied zwischen Prozesslandkarte und Ablaufdiagramm?
Die Prozesslandkarte bietet unternehmensweite Orientierung. Ein Ablaufdiagramm zeigt konkrete Aktivitäten, Entscheidungen, Übergaben und Ausnahmen eines einzelnen Prozesses.
Welche Prozesse gehören auf eine Prozesslandkarte?
Wesentliche Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse. Einzelne Arbeitsschritte gehören erst in nachgelagerte Detailmodelle.
Wie benennt man Prozesse richtig?
Prozessnamen sollten Tätigkeit und Objekt erkennen lassen, etwa „Angebot erstellen“ statt des Abteilungsnamens „Vertrieb“.
Wer erstellt eine Prozesslandkarte?
Ein kleines moderierendes Team erstellt den Entwurf. Prozessverantwortliche und beteiligte Fachrollen validieren ihn anhand realer Vorgänge.
Welche Software braucht man für eine Prozesslandkarte?
Für den Einstieg genügen Whiteboard, Präsentation oder Tabelle. Spezialsoftware lohnt sich bei vielen Varianten, Versionen und technischen Modellen.
Wie hilft eine Prozesslandkarte bei der Digitalisierung?
Sie zeigt prioritäre Prozesse, Bereichsgrenzen, System- und Datenabhängigkeiten und verhindert isolierte Toolentscheidungen.
Wie oft muss eine Prozesslandkarte aktualisiert werden?
Bei neuen Leistungen, geänderten Verantwortungen, Systemablösungen oder dauerhaft veränderten Prozessgrenzen sowie in regelmäßigen Strategie-Reviews.

Artikel teilen

LinkedInWhatsApp