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Digitalisierung

Ticketsystem kaufen oder mieten? Was für Freizeitbetriebe wirtschaftlich sinnvoll ist

Steven Weißheimer22. Juli 202611 Min. Lesezeit

Ticketsystem kaufen oder mieten? Wir vergleichen SaaS-Miete, Kauf und Transaktionsgebühren für Freizeitbetriebe – mit TCO, Break-even und Beispielrechnung.

Ticketsystem kaufen oder mieten? Was für Freizeitbetriebe wirtschaftlich sinnvoll ist

Ob ein Freizeitbetrieb sein Ticketsystem kaufen oder mieten sollte, ist keine reine Geschmacksfrage, sondern eine betriebswirtschaftliche Entscheidung mit klaren Kipppunkten. Für den Freizeitbetrieb hängt die Antwort an drei Größen: dem jährlichen Ticketvolumen, der Gebührenstruktur des Anbieters und dem Wert, den eine eigene Datenhoheit für den Betrieb hat. Dieser Artikel rechnet die Modelle SaaS-Miete, Kauf einer Lizenz und Eigenentwicklung gegeneinander auf — mit Total Cost of Ownership, Break-even nach Ticketvolumen und einer Beispielrechnung als Größenordnung.

Wir behandeln hier bewusst nur die Beschaffungs- und Kostenperspektive. Welche Funktionen ein Ticketsystem für Freizeitbetriebe überhaupt mitbringen muss und wie sich einzelne Anbieter unterscheiden, klären wir im Vergleich der Ticketsystem-Anbieter für Freizeitbetriebe. Den Gesamtüberblick zum Thema liefert unser Leitfaden Online-Tickets verkaufen für Freizeitbetriebe.

Warum die Beschaffungsfrage beim Ticketsystem anders liegt

Bei den meisten Software-Kategorien ist die Kostenlogik simpel: Man zahlt pro Nutzer oder pro Monat. Ein Ticketsystem ist anders, weil ein wesentlicher Teil der Kosten transaktionsabhängig ist. Viele SaaS-Anbieter finanzieren sich nicht (nur) über eine Grundgebühr, sondern über eine Gebühr pro verkauftem Ticket — oft 1 bis 3 Prozent des Ticketpreises oder ein fester Centbetrag, zuzüglich der reinen Payment-Gebühren.

Das ändert die Entscheidungslage grundlegend. Bei einer klassischen Bürosoftware skaliert der Preis mit der Zahl der Mitarbeiter und ist damit gut planbar. Beim Ticketsystem skaliert er mit dem Umsatz: Je erfolgreicher der Betrieb verkauft, desto mehr zahlt er an den Anbieter — auch wenn die technische Leistung pro Ticket exakt dieselbe bleibt. Genau an diesem Punkt entsteht der wirtschaftliche Anreiz, ab einem bestimmten Volumen über Kauf oder eine Eigenlösung nachzudenken.

Die reinen Payment-Kosten (Kreditkarte, PayPal, Lastschrift) fallen dabei in jedem Modell an und lassen sich kaum wegverhandeln. Wie sich diese Zahlungsgebühren im Detail zusammensetzen, haben wir in Online-Bezahlung im Freizeitbetrieb aufgeschlüsselt — in diesem Artikel geht es um die zusätzliche Systemgebühr, die je nach Beschaffungsmodell anfällt oder eben nicht.

Gerade für Freizeitbetriebe in Ballungsräumen wie Berlin und Brandenburg mit starken saisonalen Spitzen ist dieser Punkt relevant: An umsatzstarken Wochenenden, in den Ferien oder rund um Feiertage bricht das Ticketvolumen kurzfristig ein Vielfaches über den Durchschnitt aus — und mit ihm die transaktionsabhängige Gebühr. Wer nur den Monatsdurchschnitt betrachtet, unterschätzt die tatsächliche Jahresbelastung durch die Systemgebühr systematisch.

Die Gebührenmodelle der Anbieter im Detail

Bevor man Miete und Kauf gegeneinander rechnet, lohnt ein Blick darauf, wie SaaS-Anbieter ihre Systemgebühr überhaupt erheben. Die Ausgestaltung entscheidet mit, wie schnell sich eine Eigenlösung rechnet:

  • Rein prozentual: X Prozent des Ticketpreises. Skaliert mit Menge und Preis — für teure Tickets besonders belastend.
  • Fester Centbetrag pro Ticket: unabhängig vom Preis. Fair bei hochpreisigen Tickets, teuer bei vielen günstigen.
  • Gestaffelt (Tiered): sinkender Prozentsatz ab bestimmten Volumina. Belohnt Wachstum, verzögert den Break-even einer Eigenlösung.
  • Hybrid: Monatspauschale plus reduzierte Transaktionsgebühr. Kombiniert Fixkosten und variablen Anteil.

Für den TCO-Vergleich muss man das eigene Modell exakt kennen. Ein prozentuales Modell bei durchschnittlich hochpreisigen Tickets erzeugt die höchste Belastung und macht die Eigenlösung am schnellsten attraktiv. Ein fester, niedriger Centbetrag pro Ticket bei günstigen Preisen hält die Miete dagegen lange konkurrenzfähig. Wer verhandelt, sollte deshalb nicht nur den Prozentsatz drücken, sondern das Modell selbst hinterfragen.

Die drei Beschaffungsmodelle im Überblick

Grob lassen sich drei Wege unterscheiden, an ein Ticketsystem zu kommen. Die folgende Tabelle stellt sie gegenüber:

KriteriumSaaS-MieteLizenzkauf (On-Premise)Eigenentwicklung
Anfangsinvestitionsehr geringmittel bis hochhoch
Laufende Kostenmonatlich + pro TicketWartung/UpdatesBetrieb + Weiterentwicklung
Transaktionsgebührmeist jaoft neinnein
Time-to-LiveTageWochenMonate
Anpassbarkeitbegrenztmittelvollständig
Datenhoheitbeim Anbieterbeim Betriebbeim Betrieb
Technisches Know-how nötigkaumetwasdauerhaft
Ausfallrisiko trägtAnbieterBetriebBetrieb

Die SaaS-Miete ist der Standardweg für kleine und mittlere Freizeitbetriebe: geringe Einstiegshürde, schnelle Inbetriebnahme, keine eigene IT nötig. Der Preis dafür ist die dauerhafte Transaktionsgebühr und die Bindung an die Roadmap des Anbieters.

Der Lizenzkauf — eine gekaufte oder self-hosted Software, die im eigenen Haus läuft — reduziert oder eliminiert die Pro-Ticket-Gebühr, verlangt dafür aber Einmalinvestition, eigenen Betrieb und Wartung.

Die Eigenentwicklung ist der Extremfall: ein System, das exakt auf den Betrieb zugeschnitten ist, ohne jede Fremdgebühr pro Ticket, aber mit den höchsten Anfangs- und Pflegekosten. Sie lohnt sich nur unter klaren Bedingungen, auf die wir weiter unten eingehen.

Ticketsystem kaufen oder mieten im Freizeitbetrieb: Transaktionsgebühr gegen Pauschale

Der Kern der Entscheidung ist der Vergleich zweier Kostenkurven. Bei der SaaS-Miete wächst die Systemgebühr linear mit jedem verkauften Ticket. Bei Kauf oder Eigenentwicklung entstehen hohe Fixkosten, die pro Ticket aber gegen null gehen, je mehr verkauft wird.

Ein einfaches Zahlenbeispiel als Größenordnung: Angenommen, ein Betrieb verkauft Tickets zu durchschnittlich 15 Euro und der SaaS-Anbieter berechnet 2 Prozent Systemgebühr (zusätzlich zu den Payment-Kosten). Das sind 30 Cent pro Ticket.

  • Bei 20.000 Tickets/Jahr sind das rund 6.000 Euro Systemgebühr jährlich.
  • Bei 60.000 Tickets/Jahr sind es rund 18.000 Euro jährlich.
  • Bei 120.000 Tickets/Jahr rund 36.000 Euro jährlich.

Diese Beträge fallen jedes Jahr an und steigen mit dem Erfolg des Betriebs. Eine gekaufte oder selbst entwickelte Lösung ersetzt diese laufende Gebühr durch einmalige und planbare Kosten. Genau deshalb ist das jährliche Ticketvolumen die entscheidende Stellgröße.

Wichtig: Diese Zahlen sind bewusst als Größenordnung zu verstehen, nicht als Marktpreis. Reale Konditionen hängen vom Anbieter, vom Verhandlungsgeschick und vom Ticketmix ab. Die Methodik bleibt aber gültig — es geht darum, die eigene Kurve zu rechnen, nicht die Beispielzahlen zu übernehmen.

Entscheidend ist die kumulierte Betrachtung über mehrere Jahre. Die folgende Tabelle zeigt für 60.000 Tickets/Jahr, wie sich die reine Systemgebühr der SaaS-Miete gegenüber den Fixkosten einer Eigenlösung über die Zeit verhält — wieder als reine Größenordnung zur Veranschaulichung der Logik, nicht als Angebot:

JahrSaaS-Systemgebühr (kumuliert)Eigenlösung (kumuliert, inkl. Betrieb)
Jahr 118.000 €hohe Einmalinvestition + Betrieb
Jahr 236.000 €Einmalinvestition + 2× Betrieb
Jahr 354.000 €Einmalinvestition + 3× Betrieb
Jahr 472.000 €Einmalinvestition + 4× Betrieb
Jahr 590.000 €Einmalinvestition + 5× Betrieb

Der Punkt, an dem die stetig wachsende SaaS-Kurve die abgeflachte Eigenlösungs-Kurve schneidet, ist der Break-even. Bei hohem Volumen wandert er nach vorne, bei niedrigem Volumen nach hinten — oder er wird nie erreicht. Genau diese Kreuzung, nicht der Preis im ersten Jahr, ist die eigentliche Entscheidungsgrundlage.

Total Cost of Ownership: Was wirklich in die Rechnung gehört

Die häufigste Fehlkalkulation besteht darin, nur die sichtbaren Preise zu vergleichen. Ein belastbarer Vergleich braucht die Total Cost of Ownership (TCO) über einen realistischen Zeitraum — üblicherweise drei bis fünf Jahre. In die Rechnung gehören auf beiden Seiten diese Posten:

  • Setup und Onboarding: Einrichtung, Datenimport, Schulung des Personals.
  • Laufende Systemgebühr: Monatspauschale und/oder Transaktionsgebühr pro Ticket.
  • Payment-Gebühren: fallen in jedem Modell an, gehören aber sauber getrennt betrachtet.
  • Wartung und Updates: bei SaaS im Preis, bei Kauf/Eigenlösung als eigener Posten.
  • Hosting und Betrieb: Server, Backups, Monitoring, SSL — nur bei Kauf/Eigenlösung.
  • Support und Ausfallsicherung: Wer haftet bei einer Störung am Verkaufswochenende?
  • Weiterentwicklung: neue Funktionen, Schnittstellen, gesetzliche Anpassungen.
  • Ausstiegskosten: Was kostet ein späterer Wechsel, wie kommt man an seine Daten?

Erst wenn diese Posten für alle drei Modelle über denselben Zeitraum gegenübergestellt sind, wird der Vergleich fair. Häufig entpuppt sich eine vermeintlich „günstige" SaaS-Lösung bei hohem Volumen als teuerste Variante — und eine vermeintlich „teure" Eigenlösung ab einer bestimmten Menge als die wirtschaftlichste. Wer diese Rechnung strukturiert aufsetzen will, findet in unserem Kostenvergleich von Online-Buchungssystemen für KMU eine übertragbare Systematik.

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Break-even nach Ticketvolumen

Der Break-even ist der Punkt, an dem die kumulierten Kosten von Kauf/Eigenlösung die kumulierten SaaS-Gebühren einholen. Unterhalb dieses Volumens ist Mieten günstiger, oberhalb lohnt die Eigenlösung. Die Faustregel lautet:

Je höher das jährliche Ticketvolumen und je länger der Betrachtungszeitraum, desto eher rechnet sich Kauf oder Eigenentwicklung gegenüber der Miete.

Rechnerisch lässt sich der Break-even so annähern: Man teilt die einmaligen und jährlich fixen Mehrkosten der Eigenlösung durch die eingesparte Systemgebühr pro Ticket. Ergebnis ist das Ticketvolumen, ab dem sich der Wechsel trägt.

Ein weiterer Faktor, der oft unterschätzt wird: Die SaaS-Gebühr wächst nicht nur mit der Menge, sondern auch mit steigenden Ticketpreisen, wenn die Gebühr prozentual erhoben wird. Ein Betrieb, der seine Preise über die Jahre anhebt, verschiebt seinen Break-even damit automatisch nach vorne — die Eigenlösung wird relativ gesehen früher attraktiv.

Praxisbeispiel: Trampolinhalle mit steigendem Ticketvolumen

Nehmen wir eine Trampolinhalle mit zeitgebundenen Jump-Slots (Timed Entry), die im ersten Jahr nach der Eröffnung rund 25.000 Online-Tickets verkauft. Bei 30 Cent Systemgebühr pro Ticket zahlt sie rund 7.500 Euro jährlich an den SaaS-Anbieter — ein Betrag, der bei diesem Volumen deutlich unter den Kosten einer Eigenentwicklung liegt. In dieser Phase ist Mieten klar richtig: schnelle Inbetriebnahme, keine IT-Abteilung, planbare Kosten.

Wächst der Betrieb über einige Jahre auf 90.000 Tickets pro Jahr und kommen weitere Standorte oder Zusatzangebote (Sockenverkauf, Getränke, Kindergeburtstage) hinzu, dreht sich das Bild. Die Systemgebühr liegt nun bei rund 27.000 Euro jährlich — Jahr für Jahr, ohne dass die technische Gegenleistung steigt. Gleichzeitig bringt der wachsende Betrieb eigene Anforderungen mit: die sichere Steuerung der Jump-Slots gegen Überbuchung, gekoppelte Ticket- und Kassenprozesse, Anbindung an das Kassensystem für Zusatzverkäufe.

Spätestens hier lohnt die Prüfung einer Eigen- oder Hybridlösung. Ein Beispiel aus unserer Praxis ist das Online-Buchungssystem für eine Kartbahn: eine vollständig eigene Lösung auf NestJS/Next.js, bei der Buchung, Zahlung und Slot-Steuerung ohne Fremdgebühr pro Transaktion laufen. Der Betrieb behält die volle Datenhoheit und zahlt keine prozentuale Abgabe mehr auf sein Wachstum — der klassische Fall, in dem eine Eigenlösung ab einem bestimmten Volumen die laufenden Kosten unter die einer Mietlösung drückt.

Für Trampolinhallen und JumpParks lässt sich derselbe Kassen- und Ticketkern übrigens auch als anpassbares Produkt betreiben: VenuePilot verbindet Web-POS, Self-Order-Kiosk und Ticketverkauf und ist ausdrücklich für JumpParks, Indoorspielplätze und Kartbahnen ausgelegt — ein Mittelweg zwischen reiner Miete und kompletter Eigenentwicklung.

Wann Kauf oder Eigenentwicklung NICHT sinnvoll ist

So attraktiv der Gedanke ist, die Transaktionsgebühr loszuwerden — für viele Betriebe ist die Eigenlösung die falsche Entscheidung. Ehrlich betrachtet spricht dagegen:

  • Geringes oder schwankendes Volumen: Unter etwa 20.000 bis 30.000 Tickets im Jahr amortisiert sich eine Eigenentwicklung in aller Regel nicht. Die Fixkosten drücken den Stückpreis dann über den einer Mietlösung.
  • Kein IT-Betrieb im Haus und kein verlässlicher Partner: Ein selbst betriebenes Ticketsystem, das am Samstagnachmittag ausfällt, kostet mehr als jede gesparte Gebühr. Wer die Ausfallsicherung nicht dauerhaft gewährleisten kann, sollte das Risiko beim SaaS-Anbieter lassen.
  • Schnell wechselnde Anforderungen ohne klares Zielbild: Eine Eigenentwicklung lohnt nur bei stabilen, gut verstandenen Prozessen. Wer noch experimentiert, ist mit der Flexibilität einer Mietlösung besser bedient.
  • Fehlende Ressourcen für Weiterentwicklung: Software ist nie „fertig". Gesetzliche Änderungen, neue Zahlungsarten und Sicherheitsupdates müssen dauerhaft eingepflegt werden. Ohne Budget dafür veraltet eine Eigenlösung schnell.

Die ehrliche Antwort lautet daher: Für den typischen kleinen bis mittleren Freizeitbetrieb ist die Miete meist die wirtschaftlich richtige Wahl — bis das Volumen und die Individualität der Prozesse einen Wechsel rechtfertigen.

Ein häufiger Denkfehler ist außerdem, die Eigenentwicklung als reines Kostenthema zu sehen. Sie bindet auch Aufmerksamkeit: Wer ein Ticketsystem selbst betreibt, muss sich dauerhaft um Sicherheit, Verfügbarkeit und Weiterentwicklung kümmern — Zeit, die im Kerngeschäft eines Freizeitbetriebs oft besser aufgehoben ist. Diese Opportunitätskosten tauchen in keiner Tabelle auf, sind aber real. Umgekehrt kann genau diese Kontrolle strategisch wertvoll sein, wenn das Ticketsystem zum zentralen, differenzierenden Baustein des Geschäftsmodells wird. Beide Seiten gehören ehrlich abgewogen, statt nur auf die gesparte Prozentgebühr zu schauen.

Entscheidungshilfe: Welches Modell zu welchem Betrieb passt

Als grobe Orientierung — jeder Betrieb muss die eigene Rechnung aufmachen:

SituationEmpfehlung
Start/kleines Volumen (< 20.000 Tickets/Jahr)SaaS-Miete
Mittleres Volumen, StandardprozesseSaaS-Miete oder anpassbares Produkt
Hohes Volumen, individuelle ProzesseHybrid- oder Eigenlösung prüfen
Mehrere Standorte, tiefe KassenintegrationEigen-/Produktlösung mit Datenhoheit
Kein IT-Betrieb, geringe RisikotoleranzSaaS-Miete

Die Beschaffungsentscheidung ist kein Einmalereignis. Sinnvoll ist, sie im Rahmen der gesamten digitalen Infrastruktur eines Freizeitbetriebs zu betrachten und regelmäßig neu zu bewerten — spätestens dann, wenn das Ticketvolumen deutlich gestiegen ist. Und weil die reine Zahlungsabwicklung ein eigenes Optimierungsfeld ist, lohnt parallel ein Blick auf die Automatisierung der Zahlungsabwicklung bei Buchungen.

Wer unsicher ist, an welchem Punkt der eigene Betrieb steht, sollte den Break-even einmal sauber durchrechnen, bevor er einen Anbieter unterschreibt. Eine neutrale IT-Beratung kann die TCO-Rechnung für die konkreten Zahlen des Betriebs aufstellen und die Modelle ehrlich gegenüberstellen — inklusive der oft übersehenen Ausstiegskosten.

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Fazit

Ob ein Freizeitbetrieb sein Ticketsystem kaufen oder mieten sollte, entscheidet keine Ideologie, sondern die Mathematik: das jährliche Ticketvolumen, die Gebührenstruktur und der Wert der Datenhoheit. Unterhalb des Break-even ist die Miete günstiger, schneller und risikoärmer. Oberhalb — bei hohem Volumen und individuellen Prozessen — kann eine Eigen- oder Hybridlösung die laufenden Kosten spürbar senken und dem Betrieb die Kontrolle über sein Wachstum zurückgeben.

Sie wollen wissen, wo Ihr Break-even liegt? Wir stellen die TCO- und Break-even-Rechnung für Ihre konkreten Ticketzahlen auf und zeigen ehrlich, ob sich für Ihren Freizeitbetrieb Miete, Kauf oder eine maßgeschneiderte Lösung rechnet. Sprechen Sie uns an — unverbindlich und auf Basis Ihrer echten Zahlen.

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Häufige Fragen

Was ist beim Ticketsystem günstiger — kaufen oder mieten?
Das hängt vom jährlichen Ticketvolumen ab. Unterhalb des Break-even ist die SaaS-Miete günstiger, weil die Anfangsinvestition entfällt. Oberhalb — meist ab mehreren zehntausend Tickets pro Jahr — kann eine gekaufte oder selbst entwickelte Lösung günstiger sein, weil die laufende Transaktionsgebühr wegfällt. Entscheidend ist eine TCO-Rechnung über drei bis fünf Jahre.
Wie hoch sind Transaktionsgebühren bei SaaS-Ticketsystemen?
Als Größenordnung berechnen viele Anbieter 1 bis 3 Prozent des Ticketpreises oder einen festen Centbetrag pro Ticket, zusätzlich zu den reinen Payment-Gebühren. Bei einem 15-Euro-Ticket und 2 Prozent sind das rund 30 Cent pro Ticket. Die konkreten Konditionen unterscheiden sich stark je nach Anbieter und Verhandlung.
Ab welchem Ticketvolumen lohnt sich eine Eigenentwicklung?
Als grobe Faustregel amortisiert sich eine Eigenentwicklung selten unter 20.000 bis 30.000 Tickets pro Jahr. Der genaue Break-even hängt von der eingesparten Systemgebühr pro Ticket und den Fixkosten der Eigenlösung ab. Man teilt die jährlichen Mehrkosten der Eigenlösung durch die Gebührenersparnis pro Ticket, um das nötige Volumen zu bestimmen.
Was gehört alles in die Total Cost of Ownership eines Ticketsystems?
Setup und Onboarding, laufende Systemgebühr (Pauschale und/oder pro Ticket), Payment-Gebühren, Wartung und Updates, Hosting und Betrieb, Support und Ausfallsicherung, Weiterentwicklung sowie Ausstiegskosten. Nur wenn alle Posten für alle Modelle über denselben Zeitraum gegenübergestellt werden, ist der Vergleich fair.
Was ist der Unterschied zwischen Systemgebühr und Payment-Gebühr?
Die Payment-Gebühr fällt für die reine Zahlungsabwicklung an (Kreditkarte, PayPal, Lastschrift) und lässt sich kaum wegverhandeln — sie entsteht in jedem Beschaffungsmodell. Die Systemgebühr ist die zusätzliche Abgabe an den Ticketsystem-Anbieter für die Nutzung der Plattform. Genau diese Systemgebühr entfällt bei Kauf oder Eigenentwicklung häufig.
Ist eine self-hosted Lizenzlösung ein guter Mittelweg?
Ja, häufig. Ein Lizenzkauf oder eine self-hosted Software reduziert oder eliminiert die Pro-Ticket-Gebühr, verlangt aber eine Einmalinvestition sowie eigenen Betrieb und Wartung. Für Betriebe mit mittlerem bis hohem Volumen, aber ohne Wunsch nach vollständiger Eigenentwicklung, ist das oft die wirtschaftlichste Variante.
Welche versteckten Kosten hat ein selbst betriebenes Ticketsystem?
Hosting, Backups, Monitoring, SSL, Sicherheitsupdates, Weiterentwicklung bei gesetzlichen Änderungen und vor allem die Ausfallsicherung. Fällt ein selbst betriebenes System an einem umsatzstarken Wochenende aus, kann der Schaden jede gesparte Gebühr übersteigen. Diese Posten müssen in der TCO-Rechnung stehen.
Wie wirkt sich eine Preiserhöhung auf die SaaS-Kosten aus?
Wenn die Systemgebühr prozentual erhoben wird, steigt sie automatisch mit dem Ticketpreis. Ein Betrieb, der seine Preise über die Jahre anhebt, zahlt also auch bei gleichbleibender Menge mehr Gebühr — und erreicht seinen Break-even für eine Eigenlösung früher als bei einem festen Centbetrag pro Ticket.
Behält man bei einer Mietlösung die Hoheit über seine Daten?
Bei reinen SaaS-Lösungen liegen die Daten in der Regel beim Anbieter. Der Zugriff und der Export sind vertraglich geregelt, ein Wechsel kann mit Ausstiegskosten verbunden sein. Wer volle Datenhoheit will — etwa für tiefe Auswertungen oder Standort-übergreifende Prozesse — findet sie eher bei einer Kauf- oder Eigenlösung.
Kann man später von Miete auf eine Eigenlösung wechseln?
Grundsätzlich ja, aber der Wechsel verursacht Kosten für Datenmigration, Neu-Onboarding und mögliche Ausstiegsgebühren. Deshalb sollten diese Ausstiegskosten schon bei der ersten Anbieterwahl mitbedacht und im Vertrag geprüft werden. Ein sauberer Datenexport-Anspruch erleichtert einen späteren Wechsel erheblich.
Lohnt sich für eine einzelne Trampolinhalle eine Eigenentwicklung?
In der Startphase mit überschaubarem Volumen meist nicht — hier ist die Miete klar wirtschaftlicher. Erst wenn eine Halle stark wächst, weitere Standorte hinzukommen oder Ticket- und Kassenprozesse tief verzahnt werden sollen, kann sich eine Eigen- oder Produktlösung mit Datenhoheit rechnen.
Wer sollte die Break-even-Rechnung aufstellen?
Idealerweise eine neutrale Stelle ohne Verkaufsinteresse an einem bestimmten Modell. Eine unabhängige IT-Beratung kann die TCO für die konkreten Ticketzahlen des Betriebs berechnen, alle Modelle ehrlich gegenüberstellen und die oft übersehenen Ausstiegs- und Betriebskosten einbeziehen.

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